Buch 
Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
Entstehung
Seite
135
JPEG-Download
 

Berg und Thal.

135

Linienzügen, zwischen welchen oft grofsc Unterbrechun-gen verkommen; aber freilich würden diese Bildungengegen die ungeheure Gröfse der in den Malediven an-gedeuteten Kratere, als die Spuren vieler grofsen Erhebungs-Kratcre ganz verschwinden.

Von der Oberflächen-Gestalt des festenLandes.

Die Oberfläche des Festlandes, in Bezug auf ihreGestalt, ist eben so zahlreichen Abwechselungen oderScheinbären Unregelinäfsigkeiten unterworfen, wie diefsmit den bisher betrachteten Umrissen desselben der Fallwar. So wie dort sich in Beziehung auf die horizonta-len Dimensionen eine unendliche Mannigfaltigkeit derEntwicklung zeigte, welche erst von einem ganz» allge-meinen Standpunkte aus als unter einem gewissen allge-mein gesetzlichen Bilde begriffen erkannt w r ard, so istes auch hier wieder. Ein scheinbar regelloser und zahl-los mannigfaltiger Wechsel von Erhebungen und Ver-tiefungen ist es, welcher zunächst sich beim Anblicke die-ser Oberfläche uns darbietet, und so auch hier wiedereinen überall stattfindenden Gegensatz in der Natur dieses Theiles an unsern Erdkörper im Verhällnifs zu denErscheinungen der stets gleichförmigen "Verflachung dergrofsen Wassermasse bemcrklich macht. — Die Ober-fläche des Festlandes wird im Allgemeinen schon vonaltern Schriftstellern mit der Oberfläche eines in seinerAufregung erstarrten Meeres verglichen. Doch es wirdnöthig seyn, jetzt in die Einzelnheiten dieses ganz allge-mein aufgefafsten Bildes näher einzudringen, um die Har-monie in der scheinbaren Verwirrung zu suchen, welcheder erste flüchtige Ueberblick uns (larbietet.

Die Erhöhungen (erhöhten Tlieile) der Erdoberfläche werden im allgemeinsten Sinne des Wortes mit demNamen der Berge, die Vertiefungen mit dem der Thä