138
Begriff vom Gebirge.
senschaft in unsern Tagen gemacht hat, und welchenman zuerst recht bedeutungsvoll aus den Arbeiten Al ex.v. Humboldt’s hervorgehen sieht. Er ist es, welcher zu-erst diese Bahn mit der unübertrefflichen Schilderungder Verhältnisse des Kontinents von Amerika, so weiteigne Natur-Anschauung reichte, betreten hat; und dergrofse Gewinn, welcher dadurch der Erdkunde zu Thcilward, ist unstreitig wohl durch Niemand in höheremMaafse zum Gemeingut gemacht worden, als durch die,auf die ganze Erdoberfläche mit beispiellosem Aufvvandcvon Fleifs und Mühe angewendeten geographischen For-schungen von C. Ritter. Wir sind durch ihn sichergeworden, dafs die mit so viel Glück und Erfolg betre-tene Bahn nun nicht wieder in Zukunft werde verlas-sen werden.
Unmittelbar an den Begriff der Berge und der Thä-ler im Allgemeinen, reiht sich die Vorstellung einesGebirges. Gleichfalls nach dem gewöhnlichen Schul-gebrauch ward dasselbe in allen frühem physikal. Erd-besclireib. defmirt: als eine Ansammlung von Bergen ohneweitere Beschränkung. Hiebei indefs konnte man re-gellos sehr leicht durcheinanderwerfen und zusammen-fassen, was die Natur nach gewissen durchgreifendenGrundsätzen getrennt hat. Alex. v. Humboldt zuerstund mit ihm Bitter, drückten es aus, dafs die einzel-nen Theile (Berge) eines Gebirges, wenn es in Wahr-heit eines genannt werden dürfte, sich zum Ganzen ver-halten müsse, wie ein Glied zuin gemeinsamen Stamme,und wir deliniren daher mit Carl Ritter: Ein Ge-birge ist eine gewisse Summe von Bergen, welche nachgewissen Gesetzen und in bestimmten Begränzungen miteinander verbunden sind.
Um indefs das Nothwendige dieser Begriffsbestim-mung und die durch sie in diese Vorstellung cingcführleVerbesserung cinzusehn, wird es nüthig scyn, erst tiefer