Bcgriinzung der Gebirge.
157
dieses Gesetz vorzugsweise die Andes, wiewohl mitmancherlei minder bedeutenden Unterbrechungen vonKap Horn bis zum Elias-Berge (61° nördl. Br.) wieAlex. v. Humboldt später selbst anerkannt und sogarnäher ausgeführt hat.
Es bedarf nun wohl kaum einer specielleren Aus-führung dessen, was wir schon oben behaupteten, dafs,wenn auch Alex. v. Humboldt später selbst genöthigtwar, seine ursprünglichen Ansichten von dem Parallcllis-mus der Gebirge zurückzunehmen*), dennoch aus denModificationen derselben, welche ihr die Ergebnisse voll-ständigerer Beobachtungen gaben, eine naturgcmäfscrcBetrachtung von der Vertheilung der Gebirge an derErdoberfläche hervorgegangen ist.
Die Ansicht von einem allgemeinen Zusammenhängeder Gebirge mufs zunächst unbedenklich ganz aufgege-ben werden, denn die Beweise dagegen liegen grol'scu-Iheils in den vorher angeführten Beispielen. Von denmeisten oder doch von sehr vielen Gebirgen läl'st sichschon bei oberflächlicher, hinlänglich fortgeführter An-schauung eine sehr scharfe Umgrenzung nachweisen, anwelcher keine Uebergänge zu benachbarten Gebirgssy-stemen statt finden.
Als ein Haupt-Beispiel einer so Scharfen Umgren-zung können sehr wohl die von allen Seiten fast isolirtstehenden Alpen dienen. In Südwesten, vom Meere be-grenzt, erheben sie sich in Norden aus der flachenSchweiz und der Ebene von Baiern, in Süden aus derW'assergleichen Ebene der Lombardei so scharf und soschnell, dafs man fast auf den Schritt ihr Beginnen an-geben kann. In Os ton sinken sie, ihrer Hauptmasse nach,eben so auffallend scharf gegen die Ebene von Oestreichund Ober-Ungarn, und nur an den äufserslen Nordost-und*5mdost- Enden legen sich schwach erhoben die Ket-
*) S. Essai geognostique p. 56.