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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Alpcnpässc; Simplon-Strafsc.

tene sogenannte Liviner Thal hinunter, in welchemder reifsende Ticino strömt, bis Airolo in 1£ Stundenvolle 3000 Fufs fallend. Yon Airolo ab wird das Fal-len des Thaies gleichförmiger, mit Ausnahme einigerschncllabsetzendcn Stufen bei Dazio grande und Gior-nico, und endlich eröffnet sich die Aussicht ins Freie aufder italienischen Seite mit Bellinzona, nahe den Kü-sten des Lago maggiore (700 Fufs üb. d. M.), woin einer neuen Natur sich die ersten Früchte des Sü-dens zeigen.

Zwar nicht alle Pässe der Alpen sind so eng undtief eingeschnitten, und von so grofsartigen Felswändenbegrenzt, als der Gottliard-Pafs; doch haben sie alle imWesentlichen dieselbe Natur. In Beziehung auf dieLeichtigkeit des Ueberganges durch dieselben aber sindin neuer Zeit ganz besonders wichtige Veränderungeneingetreten, indem die vorzüglichsten dieser Strafsen, wel-che noch vor wenigen Jahren nicht anders als zu Fufsoder mit Saumthieren, und auch dann nicht ohne Gefahrvor Lavinen, Bergstürzen u, dgl. passirt werden konn-ten, gegenwärtig bequem und sicher zu Wagen befahrenwerden können.

Den Anfang zu dieser aufserordentlichen Aenderungmachte Buonaparte als erster Konsul. Als nach demUcbergange über den St. Bernhard und nach derSchlacht von Marengo die Wichtigkeit eines, zu allenZeiten leicht und sicher passirbaren Weges über dieAlpen aus Frankreich nach Italien einleuchtend wurde,beschlofs er im J. 1801 dazu die Strafse über den Sirn-plon zu wählen. Sie führt aus dem Thale der Rhoneim W’allis bei Brieg durch das Seitenthal der Sal-tin a hinauf, und auf der italienischen Seite durch dasThal der Doveria hinunter nach Domo d’Ossola,im Thale der Toccia oder Tosa, an den Lago mag-giore und von dort nach Mailand. Diese Riesenar-beit ward in 4 Jahren mit einem Aufwandc von 4* Mil-