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Grenze des ewigen Schnees.
Unter den Erscheinungen, welche mit den Erhebun-gen der Berge in unmittelbarer Verbindung stehen, istkeine merkwürdiger und den Charakter der Gebirgsweltbezeichnender, als die des ewigen Schnees in der-selben.
Dafs auf den Gipfeln und einem mehr oder minderbedeutenden Tlieile der Abhänge der höchsten Gebirgewährend des Wechsels der Jahreszeiten der Schnee nichtmehr wegschmilzt, und dafs diese Gegenden daher dasganze Jahr hindurch mit weifser Färbung glänzen, isteine eben so bekannte, als für das Ansehen gröfsercrGebirge charakteristische Erscheinung, welche schon sehrfrüh die Aufmerksamkeit der Naturforscher beschäftigthat. Es ist sehr natürlich, den wesentlichen Grund dieserErscheinung in der das ganze Jahr hindurch stallfindeu-den niedrigen Temperatur der höheren Regionen Ves Bo-dens und der Atmosphäre zu suchen, und da dieselbeauch durch Beobachtungen bestätigt wird, so handelt essich nur darum, die Ursachen dieser letzteren aufzu-finden.
Unter den neueren Naturforschern, welche sich mitder Lösung dieses merkwürdigen Problems beschäftigthaben, sind die ersten Bouguer, Lambert und DeLuc. Die Letzteren gingen indefs bei ihren Untersuchun-gen von rein hypothetischen, auf die Materialität desFeuers gegründeten Ansichten aus; sie nahmen an, dafsdie alle Körper durchdringenden Feuertheilchen in denhöheren Regionen der Atmosphäre einen höheren Gradvon Expansiv-Kraft erreichten, und daher schneller anden Lufttheilchen vorübereilten, sie also nicht so bedeu-tend erwärmen könnten, als unten, wo sie sich langsamerbewegen. Nur allein Bouguer ging richtiger zu Werke,indem er annahm, dafs doch die Erwärmung der Erd-oberfläche wie der Atmosphäre allein, oder wenigstensder Hauptsache nach, von den Wirkungen der Sonnen-strahlen ausgehe. Er untersuchte, welche Schwächung