Saussure’s Ileliotliermometer. 219
diese Strahlen bei ihrem Durchgänge durch die Atmo-sphäre erleiden, und folgerte, dafs sie in den oberen,lockeren Luftschichten der Atmosphäre leichter und schnel-ler durchgelassen würden, daher nicht so viel Zeit zurErwärmung der Atmosphäre behielten, als unten.
Der Erste indefs, welcher diesen Gegenstand gründ-lich behandelte, war der grofse H. B. Saussure *).Aufmerksam gemacht durch die Ideen Bouguer’s, un-tersuchte er zuerst die Frage, ob die Sonnenstrahlen inhöheren Regionen denn auch wirklich dieselbe erwär-mende Kraft als unten haben. Er fand zunächst, dafsdie erhitzende und Verbrennung erzeugende Kraft derBrenngläser und Brennspiegel auf den Höhen, welche erbesuchte, überall gleich grofs sey; er versah sich mit ei-nem Brennglase, welches nur grofs genug war, um soeben Feuerschwamm a.u entzünden, versuchte dasselbe inGenf und auf dem Saleve, und fand die Wirkungengleich. Diefs war ein Versuch, welchen er schon in sei-nem 15ten Jahre anstellte.
Später erläuterte er dieses Verliältnifs auf eine wis-senschaftlichere Weise, indem er sich zur Ansammlungder Sonnenwärme, ein Instrument verfertigte, bestehendaus einem Kasten, welcher ein Thermometer enthielt,auf drei Seiten mit geschwärztem Kork ausgefuttert, undauf der vierten, der Sonne zugewandten Seite, durchmne recht klare Glasplatte luftdicht verschlossen war.Biefs Instrument nannte er Heliothermometer. Um®üt demselben vergleichende Versuche zu machen, begaber sich damit (im Juli 1774) in das Montblancgebirgettach Courmayeur, und auf den 4662 Fufs über Cour-mayeur emporsteigenden Cramont. Hier erwärmte erSe in Instrument zuerst langsam bis 50° R., dann abersetzte er es in bestimmter Stellung eine Stunde lang denSonnenstrahlen aus. Am Ende desselben war das Ther-
) Alpenreisen, deutsch IV. 89. Journ. de Pli. 1784. No. 108.