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Temperatur-Abnahme mit der Höhe
den Tagesstunden der gröfsesten Wärme am raschesten,zur Zeit des Sonnenaufganges dagegen am langsamstenabnimmt. Um 2 Uhr Nachmittag brauchte man dort nur71,8 T. (430,8 F.) für 1° C. Temperatur-Abnahme zusteigen, um 4 — 5 Uhr Morgens dagegen betrug dieseHöhe bereits 107,7 T. (646,2 F.), also ein Unterschiedvon = 215,4 F.
Es ist daher keinesweges gleichgültig, zu -welcherTages- und Jahreszeit in unseren Klimaten die Beobach-tungen zur Bestimmung dieser Gröfse angestellt wurden,und selbst in den Aequatorial-Gegenden möchten dieseQuellen von Ungenauigkeiten nicht völlig wegfallen.Ueberdicfs bleibt noch eine Menge anderer Schwierig-keiten übrig, welche die Darlegung eines allgemein gül-tigen Gesetzes für die Abnahme der Temperatur mit derHöhe verhindern, und zum Theil ihren Grund haben indem mechanischen Widerstande, den das Aufsteigen war-mer, das Niedersteigen kalter Luftströme findet, in derlokalen Yertheiluug für die Erwärmung besonders em-pfänglicher Theile des Bodens, in Winden, welche kalteund warme Theile der Atmosphäre verschiedentlich un-regelmäfsig mischen u. s. w. Diese Schwierigkeiten sindvon Kämtz *) vortrefflich dargestellt und beleuchtetworden.
Aus den Gesetzen der Vertheilung der Temperaturnach den Jahreszeiten ergiebt sich, dafs, wenn in regel-mäfsigen Jahren nach der Mitte des Januar die Wärmesich hebt, der Schnee in der Tiefe allmälig wegsclnnilzt,während dieser Zeit aber auf höheren Bergen der wäss-rige Niederschlag noch in fester Gestalt als Schnee ausder Atmosphäre niederfällt. So wie die Wärme derLuft mit der Sonnenhöhe wächst, steigt die untere Grenzedes Schnees an den Bergen immer höher und höher; sieerreicht ihr Maximum der Erhebung zur Zeit der grö-
) Lehrbuch der Meteorologie. II, 156.