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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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239
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als Beispiel des Einflusses der Hochebenen. 239

Vegetation. Wenn auch diese letztere Erscheinung sichdurch lokale Umstände erklären sollte, so mufs mandoch an der Südseite die Höhe der Schneegrenze imMittel wenigstens zu 12000 F. annehmen*). Ganz an-ders dagegen ist es mit diesem Verhältnisse auf der Nord-seite des Gebirges; dort wehen trockene heifse Land-winde über der von den Sonnenstrahlen stark erwärm-ten Hochebene gegen die Abhänge des Gebirges, undsie treiben hier die ewige Schneegrenze noch weit überdie Höhe hinauf, in welcher sie sich in Amerika selbstunter dem Aequator findet. Webb fand hier im Au-gust 1819 auf der Hochebene von Daba, welche volle14000 F. üb. dem Meere liegt, nicht nur keinen Schnee,sondern die ganze Vegetation von den heifsen Windenverdorrt; in den flachen Thälern aber wucherte sie üp-pig, und er sah hier noch Pappefti, Tamarisken undWeiden. Auf dem Passe von Niti, 15630 F. hoch, undnoch 300 Fufs höher war der Schnee schon geschmol-zen, da. er doch selbst unter dem Aequator schon in14760 F. in Amerika nicht mehr wegschmilzt. Eben sofand es zu derselben Jahreszeit Kapt. Gerard; derSchnee lag in der Mitte des Oktober auf einer nord-westlich von dieser Stelle gelegenen Gegend noch nichtin 15900 F. Höhe, und noch 60 F. höher fand er eineder Salbey ähnliche geruchlose Pflanze. Das Dorf Nako,das höchste, welches Gerard auf seiner Wanderung an-traf, und welches 11100 par. F. über dem Meere liegt,hatte noch Weizenfelder bis zu 12200 F. Höhe, und ne-ben ihm lag ein von Aprikosenbäumen umgebener Teich,dessen Eisdecke im Winter der Dorfjugend zu ihren Be-lustigungen diente. Diefs Alles noch in 31° Br. zu sehn,ist in der That ganz erstaunenswürdig, und man kannohne Fehler die mittlere Höhe der Schneegrenze amNordabhange des Himalaya füglich zu 16 —17000 Fufs

*) Sch» uw. in Tidskrifl for Naturnidensk /, 96.