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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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258 Ratsch- und Glctscher-Lavincn.

der Fall dieser Lavinen weniger hoch ist, und die Zeitihres Abschlüpfens mit der Richtung, welche sie zu nehmentrachten, meist vorhergesehen werden kann, so könnendie Menschen ihnen leichter entrinnen; allein sie werdensehr lästig durch die ungeheueren Schneemassen, welchesie schütten, welche Wiesen und Wälder bedecken, unddie oft selbst in Jahren nicht wegschmelzen, durchdie Erkaltung, welche von ihnen ausgeht, das Klima ih-rer Umgebungen * verschlechtern. Sie sind um so lästi-ger, da sie besonders an den sanfteren Abhängen dertieferen Alpcnthäler Vorkommen, und sich jährlich herr-schend an denselben Stellen zu wiederholen pflegen.

Die sogenannten Rutsch-Lavinen sind solche, beiwelchen die Schneemasse auf sehr flach geneigter schlüpf-rig gewordener Oberfläche des Rodens allmälig und stofs-weise abgleitet, so dafs sie hinter jedem entgegenstehen-den Gegenstände sich anhäuft und stille steht, bis er demDrucke nachgiebt oder der Schnee sich an ihm zertheilt.Sie sind an Gröfse und Wirkung die unbedeutendsten,und entstehen besonders im Frühjahre, wenn schnelles ,Wegsclmielzen des Schnees den Roden schlüpfrig macht,an den sanften Abhängen auf der Sonnenseite der mil-deren tiefen Alpenthäler.

Die Gletscher-Lavinen gehören nur uncigent-lich liieher, denn sie entstehen weniger durch Schnee,als vielmehr durch das Einstürzen ganzer Gletschermas-sen mit ihrer Decke von Schnee, Steinen, Felsmassenu. s. w. Die Gletscher selbst, welche aus gefrorenenund mit Schneewasser zusammengebackenen Schneemas-sen gebildet werden, sind in beständigem Rücken vonihrer Stelle begriffen, und wenn sie nun im Vorrückenan einen steilen Abhang gelangen, oder durch die eigeneSchwere ihrer Eislasten in groi’se Massen zerbersten, sofallen mächtige Bruchstücke herunter, und werden im Fal-len zerschmettert, Diese Art von Lavinen wird beson-