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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Lavinensturz im Vispacher Thal.

ders gefährlich, wenn sie von Felswänden, welche übertiefe Thäler überhängend hervorragen, herabstürzen, unddann sind ihre Verwüstungen theils durch die gröfsereSchwere und Mächtigkeit der Masse, theils durch denentsetzlichen Luftdruck, welchen sie ausüben, in der Thatungeheuer. Erst in sehr neuen Zeiten haben einige sol-ehe Gletscher-Lavinen grofsen Schaden in den Alpen an-gerichtet, und es mag hier genügen, zwei der bedeutend-sten solcher Vorfälle specieller anzuführen.

Der eine derselben ereignete sich am 27. Dezember1819 im Vispacher Thale, einem der Seitenthäler vonWallis, welches schon in früheren Zeiten, namentlichin den Jahren 1636 u. 1736 — 38 solchen Vorfällen ausee-

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setzt gewesen ist. Aus der Beschreibung, welche Ve-nez von diesem letzten Ereignisse gegeben hat, gehthervor, dafs in diesem Thale das Dorf Ronda an dereinen Seite von der 9000 Fufs steil aufsteigenden undmit mächtigen Gletschern bedeckten Wand des Weis-horn eingefafst wird. Der Theil des Gletschers, wel-cher aus Gletscherschutt, Eis und Steinen bestehend, amgenannten Tage aus dieser aufserordentliehen Höhe don-nernd hervorbrach, bedeckte im Thale eine Fläche von2400 F. Länge, 1000 F. Breite und durchschnittlich 150F. Höhe. Bei seinem Aufprallen auf die tiefer liegendenFelsmassen entstand ein heftiger Windstofs, welcher diev erheerendsten Wirkungen ausübte, und dieser war eseigentlich, welcher das von der Gletschermasse selbstUnberührt gebliebene Ronda zerstörte. Er hatte einesolche Gewalt, dafs er einen Mühlstein mehrere Klafter'Weit bergauf schleuderte, Eisblöcke von vier und mehrKubikfufs Inhalt eine halbe Stunde weit über das Thalhinwegführte, und die Balken vieler Gebäude wie Spreueine Viertelstunde weit über das Dorf in den Wald hin-Warf. Im Moment, wo die Masse herabstürzte, sah man,vermuthlich durch die heftige Kompression der Luft, oder

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