Geburtsstätte der Gletscher.
263
einige sehr beachtenswerthe Zusätze dazu haben Es eher*)in seinen Bemerkungen, ferner Charpentier **) undBi-s e lx ***), neuerlichst noch H u gif) und zuletzt K ä m tzff)gegeben. Wir werden in der Schilderung der von die-sen Beobachtern dargelegten hauptsächlichsten Erscheinun-gen hier vorzugsweise der anziehenden Darstellungsweisevon Saussure folgen, und mit dieser eine Hinzufügungdes Neuesten verbinden, was durch die späteren Beob-achter bemerkt wurde.
Nach dem einstimmigen Zeugnisse aller Beobachterist die Geburtsstätte der Hauptmasse aller Gletscher inden hohen Querthälern der Alpen zu suchen. Dortringsum von hoch darüber aufsteigenden, mit ewigemSchnee beladenen Felshörnern umschlossen, wo 9 Mo-nate des Jahres hindurch das Wasser der Atmosphäresich nur in gefrorener Gestalt, als Schnee oder Hagelniederschlägt, bilden sich diese ewigen unerschöpflichenEisfelder. Auf den hohen Gipfeln der Alpen selbst bil-det sich, wie Saussure ausdrücklich bemerkt, niemalsEis in beträchtlicher Masse, und wenn daher einige Be-obachter die Meinung verbreitet haben, dafs der Gipfeldes Montblanc mit ewigem Eise bedeckt sey, so istdiefs eine allerdings leicht verzeihliche Täuschung; dennwenn man den Montblanc von der Ebene aus, odervon dem ihm näher liegenden Mont Breve nt auf dergegenüberliegenden Seite des Chamouny-Thales mitguten Ferngläsern betrachtet, so sieht man die Flächendesselben so glänzend, als wenn sie aus glattem Eise ge-bildet wären. Dieser glänzende Teppich aber ist nichtsAnderes, als eine durch den Schnee hervorgebrachte
*) Gilb. Annal. 69. S. 113.
**) Gilb. Annal. 63. S. 388, und Bd. 64. S. 183.
***) Gilb. Annal. 69. S. 125.
f) Naturbistorische Alpenreisen.
ff) Meteorologie II, 159 sq., und Schweigger’s JournalLXVII. 249.