266 Beschaffenheit des Gletschereises,
aus einer Menge mehr oder minder grofser, oft völligvon einander getrennter stumpfeckiger Stückchen, zwi-schen welchen sich stets, oft sehr wunderlich gewundene,krumme und unregelmäfsig verzogene Blasenräume hin-durchziehen. Saussure vergleicht diese Blasenräumemit den verzogenen Gestalten, welche das Blei annimmt,wenn es geschmolzen in Wasser gegossen wird, und dieArt, wie die eckigen Körner und Stückchen ineinandergreifen, ist nach Ebel’s, Hugi’s und Kämtz’s Be-schreibung in der That sehr eigenthümlich. Sie fügensich nämlich oft mit ihren glatten und rundlichen Flä-chen so ineinander, wie die Körner des biegsamen Sand-steines oder die Krystalle des Dolomites, so dafs sie an-einander bis zu gewisser Gröfse verschiebbar erscheinen,wie die Gelenke organischer Körper, und sie sind daherinsbesondere an scharfen Rändern einzelner Stücke, wosie in Vorsprünge und Kanten auslaufen, oft in bedeu-tendem Grade beweglich und biegsam. Nichtsdestowe-niger aber sind sie so ineinander gewachsen, dafs esauch bei dein lockersten Zusammenhänge nicht möglichwird, einzelne Stücke aus ihrer Verbindung mit den an-dern auszulösen, ohne sie zu zerbrechen; ist aber eiffeinzelnes Stück herausgebrochen, so kann man leicht ei-nes nach dem andern mit den Fingern wegnehmen, undso die ganze Masse abtragen. Auch zerfällt die Masse,wenn einige Körner, welche Hugi und Kämtz unei-genllicli Krystalle nennen, aus der Verbindung gehobensind, meist von selbst in einen Haufen.
Die Ursachen dieser Struktur liegen in der Einwir-kung der Luft, welche die vom Wasser getrennte Schnee-masse bei ihrem Erstarren führt, denn das in den Schneeeindringende Wasser kann nicht alle zwischen denSchneetheilchen befindlichen Luftbläschen entfernen, unddann giebt das Wasser in Augenblicken des Gefrierensplötzlich eine beträchtliche Menge Luft aus, welche inder Masse stecken bleibt, und indem sie nicht heraus-