Verschiedenheit und Ursache desselben. 267
kann zwischen den unregelmäfsig gefrierenden Eistheil-c hen diese wunderlich geformten Blasenräume bildet.Saussure überzeugte sich zuerst von der Richtigkeitdieser Ansicht, indem er im Jahre 1764 *) direkte Ver-suche über das Gefrieren von mit Wasser getränktemSchnee anstellte; das dadurch künstlich erhaltene Eis wardem natürlichen Eise der Gletscher zum Verwundernähnlich, und er legte auf diese Thatsache, welche vorihm Niemand so dargestellt, mit Recht ein sehr grofsesGewicht. Auch bemerkt er, dafs grofse Schneelavinen,wenn sie in Thäler fallen, wo sie der Sommer nichtganz wegschmilzt, und das geschmolzene Wasser nichtgut abfliefst, während des darauf folgenden Wintersebenfalls in eine den Gletschern völlig ähnliche MasseVerwandelt werden; ja man hat auch selbst kleine Glet-scher, welche längere Zeit dauerten und ihre Umgegendverschlechterten, auf solche Weise unter den Augen derAlpen-Bewohner neu entstehen sehen. Es ist endliche ine besonders den Gletschern von Saussure’s zwei-ter Art stets eigentümliche, Erscheinung, dafs die Kör-per ihres Eises nach der Höhe zu, wo das Wasser denSchnee nicht mehr vollkommen zu tränken im Stande ist,immer kleiner und lockerer werden, und dafs sie stufen-weise ganz allmälig in vollkommenen Schnee übergehen.
So etwas findet selbst, wie uns Andere berichten,a Uch bei den gröfseren Gletschern statt, und so sagt na-mentlich Charp entier **), man könne es als eine fastv Öllig allgemein geltende Norm annehmen, dafs die Glet-scher in den hohen Gegenden, wo sie sich nahe 'denhöchsten Gipfeln und Kämmen der Berge und in denkältesten Gegenden befinden, eine andere Beschaffenheitihrer Eismasse zeigen, als weiter unten, wo sie mehr intiefen Thälern und engen Schluchten eingeschlossen er-
*) Alpenreise II, 207.
**) Gilb. Ann. 63. S. 392.