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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Gletscher in den Pyrenäen.

Schluchten. Da ferner die Schneelinie im Allgemeinenhier schon höher liegt als in den Alpen, so liegen auchsie hier viel höher; und wegen Mangels an oberen Be-hältern, welche sich ihrer Eis- und Schneelasten in dieSeitenthäler entladen, rücken auch sie hier nicht in diebewohnten Gegenden des Gebirges hinunter. Es ist nachCharpentier’s Zeugnifs daher in den Pyrenäen keinGletscher bekannt, welcher nur in der Nähe grüner Wei-den, Wälder und Sennhütten läge, und da sie sich soweit von den bewohnten Theilen des Gebirges entfernthalten, und zugleich wegen ihrer steil abschüssigen Lagevoller Spalten sind, so ist es schwer sich ihnen zunahen, noch schwerer sie zu überschreiten, und mankennt daher die Verhältnisse ihres Wachsthumes, ihresFortschreitens und Zurückgehens hier weit weniger alsim Alpengebirge. Charpentier nennt als die beträcht-lichsten unter den Pyrenäen-Gletschern nebst vielen an-deren sechs, welche sämmtlich in den höchsten Theilendes Gebirges zwischen dem oberen Garonne-Thaleund dem Val d’Ossau, einem oberen Seitenthale desAdour, liegen. Die meisten derselben finden sich auf derNordseite des Gebirges, und besonders zwei sehr schöne(Glacier de la Breche du Roland und GlacierdeVignemale) in den obersten Theilen des Thaiesvon Bareges. Doch liegen auch zwei sehr ansehnli-che, der Glacier de la Maladetta und des MontPerdu, auf der spanischen Seite, indem sie die Vertie-fungen ausfüllen, welche zwischen dieser isolirt stehen-den Bergmasse und der nördlich von ihnen gelegenenHauptkette liegen. Ihre Dimensionen sind indefs nichtmit jenen der Alpen-Gletscher zu vergleichen, denn Char-pentier schätzt den Gletscher der Maladetta 6000 T.lang und unten 1173 T. breit, und die meisten anderensind kleiner.

Unter den nordwärts der Alpen gelegenen Gebirgenfindet sich die Gletscherbildung in den Alpen von Nor-