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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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Ansichten der Alten

schaffenhcit niemals oder nur sehr selten regnet, undwelche niemals von Thau, Nebel, Schnee und dergl. be-feuchtet werden, sind auch gewöhnlich ganz von Quel-len entblöfst, so die Sandflächen der afrikanischen Wü-ste, welche nur dadurch unbewohnbar werden, die sy-rische Wüste und das angrenzende Arabien, viel kleineInseln, welche in dem weiten Gebiete des grofsen Ocea-nes liegen, und zwar unter der heifsen Zone, wie na-mentlich viel kleine Korallen-Inseln u. s. w. In den hö-heren Gebirgen der Erde dagegen, welche den gröfsc-sten Theil des Jahres hindurch in Nebel und Wolkenverhüllt liegen, entspringen bekanntlich die zahlreichstenund reichhaltigsten Quellen, und eben so bekannt istdie Erfahrung, dafs die Quellen vieler Gegenden spar-samer fliefsen oder wohl gar austrocknen, wenn es langeZeit hindurch nicht geregnet hat, und umgekehrt.

Es ist daher nicht auffallend, dafs schon Aristo-teles diese Ansicht vorträgt, und dafs ihm einige derausgezeichnetsten Naturforscher des Alterthums, nament-lich Vitruv und Seneca, darin mit wenigen Modifika-tionen beistimmen.

Aristoteles namentlich glaubte, was bekanntlichbei uns auch noch gegenwärtig ein oft wieder verkom-mender Volksglaube ist, dafs die Berge und andere hoch-gelegene Orte das Wasser aus der Atmosphäre anziehcuund einsaugen. Er dachte sich, dafs es von dort aus antieferen Punkten im Innern der Erdrinde in gewissenBehältern zusammenfliefse, und aus diesen dann wiederlangsam in feinen Strömen hervorrinne *). Sollte dasWasser auf diesem Wege nicht in hinreichender Mengezusammenfliefsen, um die Quellen fortwährend speisenzu können, so, meinte er, habe auch die in den Behäl-tern eingeschlossene Luft die Eigenschaft, sich in Was-ser zu verwandeln. Seneca glaubte überdiefs, dafs di e

) Meteorol. LI. cap. 13 .