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428 Marioltc’s Quellentheorie,
halb zu seinen Untersuchungen das Flufsgebiet dßr Seine»von welchem in jener Zeit bereits einigermafsen genü-gende Beobachtungen bekannt waren. Eine Reihe vonJahren hindurch war zu Dijon die Menge des jährlichherabfallenden Regens bestimmt worden (man fand meim Durchschnitte jährlich zu 15 par. Zoll Höhe), er ver-theilte dann diese Menge auf einen Landstrich von derGröfse des Quellenbezirkes der Seine, den er zu 3000Quadratlieues (60 L. lang und 50 L. breit) Flächenin-halt annahm, und fand so jährlich für denselben 714,150Millionen Kubikfufs. Nun inaafs er aber zugleich auchdurch einfache Vergleichung des Durchschnittes mit derSchnelligkeit des Flusses die Wassermenge, welche all'jährlich die Seine, wo sie völlig beisammen ist, unterdem Pont Royal bei Paris durchführt, und er fand siczu 105,120 Millionen Kubikfufs. Es war also das Re-sultat seiner Berechnungen seiner Voraussetzung von demUrsprünge der Quellen in sehr hohem Grade günstig»denn er fand, dafs noch nicht | des im Flufsgebiete derSeine herabfallenden Regenwassers bereits hinreiche, umdie Wassermenge sämmtliclier Quellen des Stromes zoliefern, und er glaubt zugleich es wahrscheinlich zu fin-den, dafs von den noch übrigen § etwa die Hälfte durchVerdunstung verloren gehe, die andere Hälfte aber vonden Pflanzen und Thieren verbraucht werde.
Bei genauerer Betrachtung der Elemente dieser Rech-nung finden wir sie in hohem Grade unsicher und un-zuverlässig, und cs fehlte daher auch schon zur Zeit ih-res Erscheinens nicht an Naturforschern, welche das Ver-trauen, das sie verdienen sollte, in Zweifel zu stellenbemüht waren, so grofs auch das Aufsehen war, welchesdiese Arbeit bei ihrem Erscheinen mit Recht wohl er-regt hatte. Einer der Ersten, welcher an der Richtigkeitder dadurch gewonnenen Resultate zweifelte, war Sc-dileau *); er zeigte, dafs selbst die Anuahmc von der
) In den Mem. de Paris, 1693.