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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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548
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548 Gebirge, häufig uicht Wasserscheiden;

so wenig ein scheidender Rücken zwischen beiden inVerbindung mit dem Thüringer Walde auf, dafs man beiGotha einen seinem freien Gefälle überlassenen Kanalgegraben hat, welcher beide Flufsgebiete mit einander ver-bindet, und doch geben selbst hier einige Karten einenHöhenzug au, welcher den Thüringer Wald mit demHarze verknüpft.

Das Erzgebirge endlich, ohnerachtet es zu denbedeutendsten Gebirgen gehört, welche die Elbe in ih-rem Laufe berührt, ist für das Wassersystem derselbenvon sehr geringer Bedeutung. Es nimmt an der Bildungihrer Hauptquellen keinen Theil, und hat für die Schei-dung der Gewässer keine gröfsere Bedeutung, als etwadie Landrücken in der Mark Brandenburg oder inMecklenburg, welche ihr Gebiet von dem der Odertrennen und ihr Havel und Spree zusenden.

Fast alle bedeutenderen Gebirge Europa’s zeigenzum Theil in die Augen springende Beispiele ähnlicherErscheinungen. Das Detail liegt uns indefs entfernter;nur zwei der auffallendsten will ich anführen.

Kein Rücken bedeutenderer Gebirge scheint auf denersten Blick den Gesetzen der Spülungen mehr zu ent-sprechen und eine vollkommenere Wasserscheide zu bil-den, als der Rücken der Karpaten, welcher Gallizienvon Ungarn wie ein ununterbrochener Damm trennt,und die Gewässer so ansehnlicher europäischen Strömewie die Donau und die W e i c h s el scheidet. Betrachtenwir ihn indefs genauer, so finden wir hier merkwürdigeAusnahmen von der Regel. Die Karpaten erhebensich im Tatra-Gebirge zu einem scharfen schmalenGrat, der 8000 F. Höhe erreicht, und hier, sollten wirmeinen, müfste die Scheidung der Quellen-Bezirke derDonau und der Weichsel noch schärfer als im übri-gen Theile ausgesprochen seyn. Indefs gerade entgegen-gesetzt entspringt die Arve, welche sich mit dem Waagverbindet und zur Donau abfliefst, auf der Nordseite des