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Physikalische Geographie : Vorlesungen gehalten an der Universität zu Berlin in den Jahren 1834 und 1835 / von Friedrich Hoffmann
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564
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I

564 Gabeln <ler Flüsse;

kommen erwiesen, und auf Hermelin’s Karte darge-stellt ist.

Ein nicht minder vollkommener Fall dieser Art,wenngleich nur zwischen zw'ei Bächen, findet sich inNorddeutschland auf der Wasserscheide zwischen denFlufsgebieten der Weser und Ems. Er ist nicht sehrbekannt, nur Alex. v. Humboldt*) führt ihn an, unddarnach auch Link **). Wo beide Flüsse in die grofsenorddeutsche Ebene treten, liegen zwischen ihnen zweiparallele Hügelketten, schärfer gezeichnet, als man vonihrer geringen Höhe erwarten sollte; die nördliche dieWeserkette, die südliche der Teutoburger Wald.Die erstere wird von der "Weser, wie erwähnt, in derporla westphalica durchbrochen, erreicht die Ems abernicht, indem sie schon nordwestlich von Osnabrückbei Brams che verschwindet. Andererseits erreicht dieletztere nicht die Weser, indem sie sich abwärts gegenSüden wendet; sie wird aber an ihrem letzten westlichenEnde, wo sie beinahe von der Oberfläche verschwindet,bei Rheine von der Ems durchschnitten. Zwischenbeiden Ketten liegt nun eine ihnen parallele Senkung,ein ausgezeichnetes Längenthal von der Weser bis zurEms. In seinem östlichen Theile ist es von der west-phälischen Werra eingenommen, im westlichen von derHaase, die dem Flufsgebiete der Ems angehört; zwi-schen diesen beiden Flüssen findet nun durch einen Armder Haase eine ununterbrochene Verbindung statt, wel-cher von seinem Trennungspunkte an die Else genannt,und gewöhnlich auf den Karten als ein selbstständigerFlufs dargestellt wird. Er scheidet sich von der Haasebei Gesmold in der Niederung von Melle, und nimmtgenau so viel Wasser auf als der Haase verbleibt; beide

*) Kelat. hist. VIII, 96.

**) Physik. Erdb. 271.