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1 (1846) Allgemeine Einleitung. Pyrenäische Halbinsel. Frankreich, Britisches Reich, Holland und Belgien / [L.G. Blanc]
Entstehung
Seite
VIII
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Vlll

Vorrede

bekannt geworden; die Gestalt der Küsten oder der Oberflächeeines Erdtheils ist ohne alle Messungen lange Zeit nicht bloßbeschrieben, sondern selbst bildlich dargestellt worden, und wieVieles hat von solchen Vorstellungen durch neue Entdeckungenoder Forschungen als völlig grundlos ausgegeben oder berichtigtwerden müssen, wie Vieles ist auch heut zu Tage noch in tie-fes Dunkel gehüllt! Ein gleiches Recht gebührt der Lehre vonunserm Lustkreise. Die Meteorologie ist und kann wesentlichwohl noch lange nichts mehr und nichts weniger sein, als eineaus wirklichen Beobachtungen abgeleitete Darstellung der Ge-schichte des Witterungslaufes; aber darin ist sie so weit vorge-schritten, daß eine große Zahl von allgemeinen Gesetzen miteiner Sicherheit ermittelt und in ihrem Causalzusammenhangeerforscht sind, wie es noch jetzt Wenige ahnen. Nur mit Hülfeder allgemeinen Ergebnisse dieser Wissenschaft kann es gelingen,die klimatischen Eigenthümlichkeiten eines Landes, dieman endlich nicht mehr in vereinzelten, oft von einer Mengelvcaler Umstände assicirten Erscheinungen, wie hohe Kältegrade,suchen sollte, zu erkennen und so allmälig zu einer tieferenEinsicht in. den Einfluß des Klimas auf die physischen Verhält-nisse des Menschen und der organischen Welt zu gelangen, als esbisher in geographischen Werken geschehen ist. Aber nur einensehr geringen Theil von der großen Menge vorhandenen Mate-rials, welches zu diesem Behufe gesammelt ist, konnte ich fürein Werk wie das vorliegende benutzen; aus der Gesammtheitaller Beobachtungen sind die wenigen hier mitgetheilten Zahlen-elemeute, welche nach kritischer Prüfung und Sichtung, mitgroßem Zeitaufwande, als sichere Anhaltpunkte erschienen, aus-gewählt worden, und um Wiederholungen zu vermeiden, h'abeich viele allgemeine Ergebnisse., z. B. über den Luftdruck, nurbei den betreffenden Abschnitten der Einleitung zur Sprache ge-bracht, wahrend Wärme, Feuchtigkeit, Niederschlüge u. dgl.specieller und mit besonderer Rücksicht auf eigenthümliche Ver-hältnisse der Betrachtung der einzelnen Länder vorbehaltenblieben.

Man fürchte nicht, daß wir dieses Werk benutzt haben,um neue Resultate über die klimatischen und physischen Ver-hältnisse der Länder darin niederzulegen. Dazu wäre nicht