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1 (1846) Allgemeine Einleitung. Pyrenäische Halbinsel. Frankreich, Britisches Reich, Holland und Belgien / [L.G. Blanc]
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VII
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zur fünften Auflage. vn

Bau der Erde u. s. w. gänzlich umgestaltet werden; und wenn dabei vielleicht den Anschein haben könnte, als ob ich ein-zelne Gegenstände, wie die Verhältnisse des Lustkreises, mitderen Studium ich mich längere Zeit selbständig beschäftigt,aus persönlicher Vorliebe zu ausführlich besprochen hätte: sodarf ich wohl mit Grund einem solchen Vorwurf entgegnen,daß namentlich die Erscheinungen unsrer Atmosphäre, des-jenigen Elements, in welchem der Mensch lebt, von dem er,und mit ihm fast die gcsammte organische Schöpfung, in so ho-hem Grade abhängig ist, bisher und fast ohne alle Aus-nahme von den Geographen in einer Weise vernachlässigt wor-den sind, daß man glauben sollte, die Wittcrungskunde habeseit einigen Jahrzchenden, ja, nach manchen Lehrbüchern zu ur-theilen, seit Jahrhunderten fast keinen Fortschritt gemacht. Den-noch kann man behaupten, so Vieles darin auch noch dunkel seinmag, daß kein Zweig der physischen Erdkunde, die Geognosieausgeschlossen, in neuester Zeit mit gleichem Elfer und mit sol-chen Erfolgen gepflegt, daß keiner mit so vielen neuen und all-gemeinen Resultaten bereichert worden ist, als die vergleichendeKlimatologie und Meteorologie, obwohl sie ihrer Natur nach alsder schwierigste und verwickeltste Theil der angewandten Physikanzusehen ist. In andern Gebieten der Länder- und Völker-kunde, einer schlechthin rein empirischen Wissenschaft, hat mansich damit begnügt, daS Bekannte zusammenzustellen und dasTeständniß nicht unterdrückt, wo der Geograph noch ein terralncoAnktee erblicke oder wo das Gebiet der Hypothesen freien Spiel-raum habe; aber der Klimatologie hat man hartnäckig eine gleicheBehandlung verweigert. Mochte auch in der Regel die Schwie-rigkeit des Gegenstandes selbst der Grund dazu sein, so hatdoch ein .altes Vorurtheil, welchem von der Menge auch heut zu^r>ge noch gehuldigt wird, einen nicht geringen Antheil an die-f" Vernachlässigung. Man stellt an die Meteorologie die An-forderung, daß sie die Regeln der Wetterprophezeiung lehre,und da sie dies nicht erfüllt, vernachlässigt man sie so weit, daßman von den bis dahin gewonnenen Resultaten so gut wie garkeine Notiz nimmt. Aber Jahrhunderte lang ist von Gebirgen^ie Rede, die nie ein Reisender gesehen, von Strömen, deren^'f oft nur eine kurze Strecke weit von der Mündung aus