52 Allgemeine Einleitung.
im Jahre wechselt, und daß beide in gewissen Punkten der Erd«bahn gleich sind, während sie in andern am Meisten von ein-ander abweichen. Am Aequater sind stets Tag und Nacht gleichlang, denn der Erleuchtungskreis halbirt jeden größten Kreis,also auch den Aequator. Unter dem Polarkreise ( 66 -/ 2 " Br.) giebtes dagegen im Jahre einen ganzen Tag von 24 Stunden, an demdie Sonne gar nicht sichtbar wird, und einen zweiten, an wel-chem sie gar nicht untergeht. -Für einen Ort in dieser Breiteist dies dw längste Nacht und der längste Tag. Ein Blick ausdie Fig. 2 lehrt, wie vorn Aequator aus zum Polarkreis dstLänge des längsten Tages allmälig zunimmt. Sucht man nundiejenigen Breiten auf, wo der längste Lag uist V 2 StundegewachM ist, so findet man z. B., daß er unter' 8 " 34- Dr-(nördl. oder südl.) 12'/^ Stunde, unter 16" 44/ Br. 13 Stuwden u. s. f. beträgt. Danach bezeichnet man den Raum zwischcfidem Aequator und 8 " 34« Br. als erstes Klima, den zwi-schen 80 34- und 160 44- als zweites Klima u. s. s. und er-hält also bis zum Polarkreise 24 solcher Erdstreifen oder Klima-te, welche zur Unterscheidung von dem eigentlich geographischenoder physischen Klima (s. u.) auch astronomische genannt wer-den- Vorn Polarkreise bis zum Pole nimmt die Berschiedenhefides längsten Tages sehr schnell zu, so daß ein Punkt, welchenur 47- jenseit des Polarkreises liegt, schon einen ganzen Mo-nat lang nicht aus der erleuchteten oder Tagseite der Erde her-auskommt; deßhalb zahlt man vom Polarkreise bis zum Polenur noch 6 Klimate, welche von denjenigen Parallelkreisen begrensswerden, in denen die Dauer des längsten Tages 1 Monat,,S Monate u. s. w. bis unter dem Pol selbst 6 Monate betragt-Berlin liegt hiernach im lOten Klima, denn sein längster Tagwährt 163/, Stunden; die Nordspitze Europas (71 0 10- Br-)hat schon etwa 2'/» Mon. Tag um Sommersanfang und cl'chso lange Nacht zur Zeit des Wintersanfanges; sie liegt souwim 27sten Klima.
Strahlenbrechung. Dämmerung.
Die letztgenannte Einthcilung der Erdoberfläche ist cigentli^nicht völlig genau, denn die Dauer der Tage ist in der Wirklichesetwas größer, als sie oben angegeben worden. Die Sonne ssscheint nämlich als Scheibe, und daher ist ihr Mittelpunkt,den man die Klimate berechnet, noch unter unserm Gesteh^kreis, wenn ihr oberer Rand auf- oder untergeht; ferner ab-erleidet das Licht, welches von der Sonne zu uns kommt, si",Ablenkung von der, geraden Linie (die sogenannte Refracsrooder Strahlenbrechung), wodurch ein Körper am HoNi^
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