56 Allgemeine Einleitung.
oder die vierCardinalp unkte des Horizonts. Halbirt manderen Abstände, so erhält man wieder 4 Punkte, nämlich zwi-schen und 0. den Nord-Ost-Punkt (^0.), ferner Nord-West (IE), Süd - Ost (80.) und Süd - West (8^v.). Theiltman die 8 Bogen, in welche nun der Horizont zerlegt ist,jeden wieder in zwei gleiche Theile, so erhalt man 8 neuePunkte: Nord-Nord-Ost (IMO.) zwischen iV. und I§0., Ost-Nord-Ost (OlVO.) zwischen 0. und iVO., und so fort den Ost-Süd-Oft (080.), Süd-Süd-Ost (880.), Süd-Süd-West(88^.), West-Süd-West (^V81V.), West-Nord-Westund Nord-Nord-West (NNVst.). Setzt man dieTheilung noch weiter fort, so entstehen noch 16 neue Punkte,deren Namen man so anzieht, daß man die beiden zunächstgelegenen Punkte durch das Wörtchen gen verbindet, z. B-Nord - Ost gen Ost, Nord - Ost gen Nord u. s. w. Diese Punkte,welche die Unterabtheilungen bezeichnen, heißen Neben punkteund alle zusammen die Weltgegenden oder in der Schiffer-sprache Striche, Winde. Eine Scheibe, worauf ein Kreisgus obige Weise in 16, 32 oder 64 Theile getheilt ist, pflegtman eine Windrose zu nennen (s. Figur 4). Will man dieTheilung des Horizonts oder einer solchen Scheibe, welche denHorizont darstellt, noch weiter treiben, um die Punkte dessel-ben genauer, als durch die Wcltgegenden zu bezeichnen; sttheilt man sich den Abstand zwischen je 2 von den 4 Haupt-punkten in 90 Grade oder auch noch in Gradtheile (Minutenu. s. w.), und zählt dann die Grade von einem benachbartenHauptpunkte an oder vom Südpunkte rings um den ganzenHorizont; so z. B. ist N 22 V<r" 0 . der Punkt, welcher vo>nNordpunkre 22^« oder V« des Quadranten nach 0. hin ent-fernt liegt, oder derselbe Punkt, den wir oben IMO. nannten,und 8 45»W. der Punkt, welcher 450 von Süden auf derwestlichen Seite des Horizonts entfernt liegt oder der früherbezeichnete.
So wären wir also im Stande, die Lage jedes Punkte»in unserm Gesichtskreise mehr oder weniger genau anzugeben,sobald nur die Lage eines von den 4 Cardinalpunkten bekannt ist'Statt der angegebenen Methode, um diesen zu finden, bedien'man sich für den gewöhnlichen Gebrauch' eines weit einfacherenVerfahrens, indem man nämlich eine Magnetnadel, d.eine künstlich magnetisirte stählerne Nadel, welche die Eige"'schast hat, mit der einen Spitze stets sehr nahe auf Norden S"weisen, in die Mitte einer Windrost stellt und diese so dreht,daß der Nordpunkt grade unter jene Spitze der Magnetnadezu liegen kommt. Eine solche Vorrichtung pflegt man eine'Compaß zu nennen, ein Werkzeug, welches den Seefahrern,Bergleuten, Reisenden u. s. w. ganz unentbehrlich ist-
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