Buch 
1 (1846) Allgemeine Einleitung. Pyrenäische Halbinsel. Frankreich, Britisches Reich, Holland und Belgien / [L.G. Blanc]
Entstehung
Seite
142
JPEG-Download
 

142

Allgemeine Einleitung.

Klima.

Als wir bisher die Erscheinungen, welche wir an unst^Atmosphäre wahrnehmen, in den allgemeinsten Grundzügen etrachteten, sahen wir schon, wie viele Gegenden, welche umeinerlei Breite liegen, also einem und demselben astronomischKlima oder einer und derselben Erdzone angehören, nichts destweniger bedeutende Verschiedenheiten in Temperatur, Feuchtig^Winden u. s. w. zeigen. Den Inbegriff aller solcher CrMnungen, wie sie sich an einem Orte oder in einer Gegend ^Erde wirklich zeigen, nennen wir das wahre oder physn^Klima. Dasselbe steht zwar im innigsten Zusammenhange rnit^Stellung eines Ortes zur Sonne im Laufe des Jahres oder ^der geographischen Breite; aber bedeutende Abweichungen ^stehen durch eine verschiedene Höhe über dem Meere, durch ^Entfernung vom Meere und durch die Lage östlich oder westbjjvon einem der großen Weltmeere, durch die FeuchtigkeitTrockenheit des Bodens, die Nahe und Richtung von Gebirg^Bedeckung der Oberfläche mit Wäldern, Morästen oder wüst^Sande u. s. w.

Die gewöhnliche Ansicht, als ob Klima gleichbedeutend 'der Wärme oder Kälte eines Ortes sei, ist mindestens sehrbestimmt. Ueberall ist man auf diejenigen Veränderungen ^der Atmosphäre am Aufmerksamsten, welche am Meisten in ^Augen fallen und namentlich auch in ihren Folgen in dein ^ben der organischen Geschöpfe sichtbar werden. Daher koNh.es denn, daß man die so wichtigen, aber ohne BarometerHygrometer unmerklichen Veränderungen im Luftdruck undDampfgehalt der Atmosphäre gewöhnlich übersieht und nur ,Wärme, oder höchstens noch den Niederschlagen und denden besondere Aufmerksamkeit schenkt, deren Veränderungen ^mittelbar wahrgenommen werden können. In der heißenwo alle Witterungserscheinungen in seltener Weise regelinA,eintreten, kümmert man sich wenig um die Temperatur,das Thermometer zeigt fast jeden Tag denselben Gang; "bes.Niederschlägt, Anfang und Ende der Regenzeit, das Schwelwerden des Passats oder der Wechsel der Mouffons erregtdas allgemeinste Interesse, denn davon hängt die Fruchtbaredes Jahres ab. Daher theilt der Bewohner der heißensein Jahr nicht in Winter und Sommer, sondern in troffund nasse Jahreszeit, in die Zeit derSonüe und der-U>^ken, oder in die Zeit des NO-und - Mouffons; su*ist der Niedcrschlag das Hauptelement des Klimas. ^ -.wet*wir uns weiter vom Aequator, so wird das Wetter vergütlicher, unbeständiger und scheinbar ganz regellos. Dabeisich vorzugsweise ein größerer Gegensatz der Wärme zu