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UI. Das britische Reich. 599
Nischen Strenge gegen die ächten Katholiken, wie gegen die wah-ren Freunde der Reformation, mit Feuer und Schwert wüthete.Anna Boleyn (Mutter Elisabeths), die er, nachdem er sich vonJsabella (1532) hatte scheiden lösten, > geheirathet, ward 1536,als er ihrer überdrüssig, ohne allen Grund der Untreue beschuldigtund hingerichtet. Ihre Nachfolgerinn Johanna Seymour, Mut-ter Eduards VI., starb nach der Entbindung 1537. An ihreStelle trat bald Anna, Prinzessinn von Eleve, von welcher ersich jedoch schon 1540 scheiden ließ, um sogleich eine andre,Catharina Howard, zu heirathen, welche, als der Untreue über-führt, 1542 enthauptet ward. Seine letzte (sechste) GemahlinnCatharina, Wittwe eines Lords Latimer,. hatte das Glück, ihn?u überleben. Ebenso launenhaft, wie in seinem Privatleben,U)qr Heinrich auch in seinen öffentlichen Verhältnissen: er ver-schwendete die unermeßlichen Güter der Klöster, ließ sich durchden bestechlichen Cardinal Wolsey in der Beschränkung der Rechtedes Parlaments leiten und, von seiner Eitelkeit verführt, zuden verschiedensten Bündnissen, bald mit Spanien, bald mitFrankreich und dem Kaiser, immer zum Vortheil Anderer, hin-reißen. Sein Sohn und Nachfolger Eduard VI., 1547 — 53,Kar erst 9 Jahr alt, als er den Thron bestieg. Unter ihm,°der vielmehr unter der Regentschaft des Herzogs von Somer-set, ward die Reformation vorzüglich durch den Erzbischof von^anterbury, Thomas Cranmer, aus eine mildere und weisereArt verbreitet. Um sie auch in der Folge vor Gefahren zuUchern, überredete man den jungen, höchst schwachen König,dessen baldiger Tod vorauszusehen war, seine Schwester Maria,Tochter Jsabellas, weil sie eifrig katholisch war, von der^hronfolge auszuschließen und diese einer jungen, höchst lie-denswürdigen Verwandten, Johanna Gray, zuzusichern. EsAschah; indeß betrat Maria nach des Königs Tode, 1553, denAron ohne Widerrede, den Johanna wider ihren Willen zehn^age lang inne gehabt, wofür sie bald nachher als Theilneh-!"erinn einer Verschwörung hingerichtet wurde. Maria, derendlutiger Verfolgungseifer ihr den Zunamen der Tollen zugezo-8e>i, hatte nichts Eiligeres, als mit der äußersten Strenge und^ter blutigen Verfolgungen die Reformation auszurotten. Tho-mas Cranmer und viele Andere wurden verbrannt, TausendeAchteten außer Landes. Diese Grausamkeit, ihre von demMke verabscheute Ehe mit Philipp II. von Spanien und dergrinst von Calais, welches die Franzosen mitten im WinterÜberrumpelten, trieben die Erbitterung aufs Höchste, als ihrs 1558 die glänzende Regierung Elsiabeths herbeiführte. Eli-^beth, 1558 — 1603, würde mit Recht als die trefflichste Rc-Asüinn und größte Wohlthäterinn ihres Landes in der Geschichteb""zen, wenn sie ihren Ruhm nicht durch die unwürdige Wer-