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1 (1846) Allgemeine Einleitung. Pyrenäische Halbinsel. Frankreich, Britisches Reich, Holland und Belgien / [L.G. Blanc]
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629
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IV. Die Niederlande. A) Holland. 829

größte Unbequemlichkeit aber für die Schifffahrt ist die Seich-tigkeit der Sandbank lUampns am Eingänge zum P von derSüdersee aus, welche großen, schwer beladnen Schiffen nichterlaubt, bis Amsterdam zu kommen; sie müssen vorher zumTheil ausgeladen werden und dann erst können sie mit der.Ruth in den Hafen gelangen. Ebenso beschwerlich war auchdas Ausladen schwer beladener Schiffe, bis man die sogenann-ten Kamee le erfand. Dies sind ungeheure hölzerne, wohl-verschlossene Kasten, von der Länge eines Schiffs und so ein-gerichtet, daß sie an die Seiten des Schiffes gut anschließen.Man läßt sie zuerst voll Wasser laufen, bringt dann das SchiffZwischen sie und befestigt sie an beiden Seiten desselben. Nunwird durch Pumpen das Wasser aus den Kameelen geschafft,welche, sowie sie sich leeren und leichter werden, das Schiffetwa 5 bis 6 Fuß hoch mit emporheben, und in diesem Zu-stande wird -es dann über den Pampus in tieferes Wasser ge-schafft. Diesen Schwierigkeiten ist jetzt durch den neuen Nord-tanal glücklich abgeholfen (S. 619), welcher von dem schönenHafen tret niouvvs Viop über Ulkmaar und Purmcrend nachAmsterdam führt. Eine andre Unbequemlichkeit,, die aus derLage der Stadt hervorgeht, ist die, daß sie stets den EinbrüchenUnd Ueberschwemmungen der See bei hohen Fluthen und Stür-men ausgesetzt ist. Die Mündungen der Amstel und aller Ka-näle sind daher mit den stärksten Schleusen versehen, um daszu gewaltige Eindringen des Seewassers zu verhindern; dochsind schon oft bedeutende Theile der -Stadt unter Wasser gesetztworden. Die vielen Kanäle (hier Kraollt genannt), welche bei-nahe alle Straßen durchschneiden und mit den schönsten siindenbesetzt sind, gewähren zwar dem Handel große Bequemlichkeit;allein da sie meist nur 3 — 4' Tiefe, dabei halb soviel SchlammUnd wenig Abfluß haben, so verbreiten sie oft in heißen Ta-gen einen höchst widrigen Geruch. Um dies einigermaßen zuverhindern, wird das Wasser durch Mühlen in Bewegung er-halten und der zum Dünger benutzte Schlamm stets durch Bag-germaschinen herausgehoben. Das Wasser in diesen Kanälen>st untrinkbar, und an Brunnen ist bei dem morastigen Bodendicht zu denken. Man sammelt daher in allen Häusern das-iiegcnwasscr zum Trinken;- die Brauer aber und andre Hand-werker, die viel süßes Wasser brauchen, müssen es in sogenann-ten Wasserkähnen 3 Stunden weit aus der Becht kommen las-sen, sowie gutes Trinkwasser von Utrecht hergeführt wird. EinTheil der ärmeren Einwohner lebt beständig auf diesen Kanä-wu in seinen Schiffen. Der Boden der Stadt ist so sumpfig,baß alle Gebäude hier auf Rosten erbaut werden müssen. Die-ttr Umstand hat die Amsterdamer lange Zeit abgehalten, sichvcr Kutschen und andrer Fuhrwerke mit Rädern zu bedienen,