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Europäisches Staatensystem.
sammensetzcn, das auch einen Zweig nordwärts in die Halbinsel des Cv-tentin aussendet, auf welcher das Departement de la Manche gelagertist. 6 hamp-Haut, in der Gegend von Montagnc, 144« hoch, St.Martin de Chaulieu, in den Umgebungen von Mvrtain, 188« hoch,Lanfains bei S. Brieux, 166« hoch, und Tvussaincs, östlich vonBrest, 252« über dem Meere, sind die bcmerkenswerthcsten Höhenpunkteauf diesem Tasellande niedrigster Art, dessen ansehnlichste Hervvrragungenin der Nähe des Meeres zu liegen scheinen.
Wir haben bisher die Reise durch ganz Frankreich gemacht, um de»Kontrast zwischen Höhe und Tiefe im Innern des Landes kennen zu ler-nen. Nun kommt es darauf an, einige Blicke zu werfen auf die hohenGebirge, welche an den südöstlichen und südwestlichen Gränzen, besondersan jenen, einen beträchtlichen Raum erfüllen. Wir haben es also hiermit den Alpen und dem damit zusammenhangenden Jura, und mit denPiräncen zu thun.
Die Alpen, welche den südöstlichen Theil von Frankreich zu einemHvchgebirgsland machen, gehören zu den Wcstalpen, und unterscheide»sich durch die altherkömmlichen Benennungen: Meeralpen und CottischeAlpen. Die Meeralpen (-llpss maritimes) steigen von der Küste desmittelländischen Meeres auf, zuerst als niedrige Mceralpen, die eigentlichzur Kette der Apenninen gehören, welche hier mit den Alpen im Zusam-menhange stehen; dann als hohe Meeralpen, deren Scheitclrücken amMont-Viso schließt. Hier beginnt die Reihe der Cottischen Alpen, welcheüber den Mont-Gcncvre zieht, und bald darauf das französische Gebietverläßt, um am Mvnt-Cenis zu endigen. In dieser Reihe ist es, wosich die ersten Gipfel finden, welche mit der kolossalen Höhe der Hörnerin den Savoischen, Schweizer und Tiroler Centralalpcn rivalisiren. DieProvence und das Dauphine sind die Provinzen Frankreichs, welche von.den Alpen zum größten Theil bedeckt sind, oder die heütigeu Departementsder Basses-Alpcs, der Hautes-Alpes und der Zsvre, die von dem Kammdes Gebirgs durchzogen werden, während die letzten Stufen seines west-lichen und südlichen Abfalls, dahinwärts gegen das tiefe Thal der Rhone,in den Departements der Drvme und von Vaucluse, hierherwärts gegendas Meer, in den Departements der Bouches-du-Rhone und der Vartheils sich allmälig verflachen, theils plötzlich in die Tiefe sinken. Zwan-zig und mehrere d. Meilen breit ist der Raum, welcher zwischen demKamm des Hochgebirgs und dem Rhonethal mit Bergmassen und Berg-ketten, in vielartiger Richtung laufend, angefüllt ist. Diese Breite istUrsache, daß die französische» Hochalpen, von den vorliegenden Masses,verdeckt, nicht anf den Ebenen des Rhone-Thals erblickt werden, und siedaher nicht den Eindruck der Großartigkeit hervorbringen können, den dieCentralalpen, aus den Ebenen der Schweiz oder der Lombardie gesehen,zu erregen vermögen. Dreißig d. Meilen und darüber lang ist die Aus-dehnung der französischen Alpen in der Richtung von S. nach Norden,von der Küste des Mittelländischen Meeres bis an das Zsöre-Thal undjenseits desselben, so daß der Flächenraum, welchen die Alpen auf demBoden Frankreichs einnehmen, zu mindestens 5VV d. Geviertmcilcn ge-schätzt werden kann.