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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensystem.

Piräneen hin, ganz ans diesem Kalkstein bestehen, der auch den östlichenSaum der Übergangsfvrmationen der Bretagner Halbinsel bildet.

Auf diesem Kalksteingebilde liegt in großer Ausdehnung die Kreide-Formation, deren Hauptmasse einen Raum einnimmt, welcher einer Seitsvom Englischen Kanal zwischen Honfleur und Calais, und anderer Seitsvon einer Linie begranzt wird, die man über St. Omer, Litte, Muzisres,Bar-le-Duc, Auperre, Bourges, Chatctlerault, La Fische und Le Manszieht. Das ist die große Kreide-Ablagerung Frankreichs, von der Parisungefähr die Mitte bezeichnet, wo sie aber durch tertiäre Bildungen ver-borgen ist. Ähnliche Kreidefelder finden sich im südlichen Theile des Pe-rigord, dem heutigen Departement der Dordogne, und des Angoumois,Departement der Charente, von wo sie sich in die benachbarten Ebenender Gironde und fast bis an den Fuß der Piräneen erstrecken.

Die Bildungen des Tertiargebirgs treten ganz besonders in den Um-gebungen von Paris auf, wo ihr Studium nicht wenig zu der heutigengeologischen Klassifikation beigetragen hat. Dieses Pariser Becken wirdungefähr von einer Linie bcgränzt, welche man über Blvis, Orlsans,Cone, Montargis, Provins, Epernay, Laon, Beauvais, Pontoise undChartres zieht. Auch hier sind es grvßentheils Kalkstein-Ablagerungen,welche das Tertiärbecken erfüllen, aber dieser Kalkstein ist von gröbererArt, daher Grobkalk genannt, in welchem die versteinerten Muschelnnicht so tief eingesenkt sind, als in den Flötzbildungen, in welchen sichauch Süßwassermuschcln finden, und der ganz besonders merkwürdig istdurch die Überreste von Saügcthicrcn, die man in einigen seiner unter-geordneten Lager, dem tertiären Gyps, entdeckt hat. Darüber liegtSandstein und Sand, mit und ohne Seethier-Vcrsteincrungen, der Sand-stein von Fontaineblau, welcher mit der Molasse der Schweiz korrespon-dier. Kleinere Ablagerungen des Tertiärgcbirgs finden sich hin und wiederüber den Boden Frankreichs verbreitet, so an einzelnen Punkten derBretagne, des Bourbonnais und der Auvcrgnc; in größerer Ausdehnungtreten aber die Tertiär-Formationen am Fuß der Piräneen, im Beckender Gironde, auf.

Vulkanische Bildungen zeichnen die Urgcbirgsmaffe des Innern, deshohen Frankreichs, aus. Ganz besonders zahlreich sind sie in der Auvergne,im Forez, Vclay und Vivarais, von wo aus einige isolirte Punkte imSüden von Frankreich wahrgenommen werden, gegen das MittelländischeMeer hin und im südöstlichen Theile des Landes, zwischen Aix, Brig-nvlles und Töuton.

Man unterscheidet unter den vulkanischen Bildungen Frankreichs zu-nächst die Trachyt-Formation, welche in dem Puy-de-Dome und mehrerenseiner Nachbarn, so wie in der Gruppe der Mvnts d'Or und des Cantalmit ihren schönen, domförmigen Gipfelformen hervortritt. Auf den Ab-hängen dieser Gruppen findet man den Basalt, bald in einzelnen Kegeln,bald in ganzen Feldern oder in Strömen, vornehmlich im Velay undVivarais und darüber hinaus. Ganz besonders zeigt das Vivarais Basalt-saüten, die sich hinstchts der Schönheit mit dem berühmten Rkcsendammmessen können. An einigen Punkten liegen zwischen diesem Basalt Kalk-steinablagerungen, welche versteinerte Süßwassermuscheln enthalten. An

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