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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

Bedarfs ausreicht. Während an Ochsen und Stieren mehr aus- als ein-geführt werden, muß Frankreich an Kühen, Färsen, Jungvieh und Käl-bern ein bedeutendes Quantum vom Auslande beziehen. Eben dasselbegilt, wie wir sehen werden, von den Pferden, die Einfuhr übersteigt dieAusfuhr um' mehr als das Dreifache.

So verhält es sich auch mit dem Schaafvieh, obwohl es auch imLande selbst an Zahl zugenommen hat. Aber die Race hat sich noch nichtso verbessert, wie es bei uns, im nördlichen Dcütschland, der Fall ist,und der französische Wollfabrikant sieht sich daher genöthigt, die feinenWollsorten vom Auslande, namentlich aus Deutschland, zu beziehen, inwelchem Artikel Frankreich uns in den letzten Jahren mit mehr als achtMillionen Thaler tributpflichtig gewesen ist. Und dennoch ist die Wolle,nach dem Getreide- und Weinbau, der wichtigste Zweig der landwirlh-schaftlichen Gewerbe Frankreichs, und man schätzte schon vor zehn Jahrenihren jährlichen Ertrag auf 42 Millionen Kilogrammes oder 90»,YV0 Ctr.Durch Fortpflanzung der Merinos und die Veredlung der inheimischenSchaafe ist in der französischen Wolle eine große Mannichfaltigkeit ent-standen, und königliche Stammschäfereien zu Rambouillet, Pcrpignan rc.tragen ferner zur Veredlung der Racen bei; dennoch verwendet man inmanchen Gegenden Frankreichs auf die Schaafzucht gar keine Sorgfalt,und das Land ist noch weit von dem Ziele entfernt, welches es zu errei-chen vermag. Dies geht so weit, daß etwa nur der lOOOste Theil sämmt-licher Schaafe zu den hochvered'elten gehören, deren Wolle mit der dersächsischen Elettoralschaafe übereinkommt. Die Zahl der Ziegen ist imGanzen genommen nicht bedeutend, doch in einigen Departements desSüdens ansehnlich genug, um in den Ölpflanzungen einigen Schaden an-zurichten. Am meisten wird die Ziege in den Piränecn und Alpen-De-partements gehalten, überdem in der Auvergne und auf Corsika. Seiteinigen Jahren hat man angefangen, die tübctische Ziege, eapru ssguArus,zu akklimatiflren, und mit ihrem Flaum die Shawlwebcrei zu vervoll-kommnen. Die Schweinezucht wird fast überall getrieben, ganz besondersaber in den Departements Meuse, Moselle, Haut-Rhin und Basses-Py-rsnses, wo sie zu einem wichtigen Handel mit Schinken Anlaß giebt:Bayvnner Schinken sind den Feinschmeckern aller Länder Eüropa's be-kannt. Was endlich die Fcderviehzucht anbelangt, so ist davon schonoben gesprochen worden; hier wollen wir noch anführen, daß, außer dengenannten Gegenden, auch Bvurg-en-Brcsse, La Fldche u. a. Orte mehrdurch treffliches Federvieh sich auszeichnen.

In dem Versuche einer Geographie und Statistik des Thicrreichshaben wir die Größe des Vichstaudcs von Frankreich, nach theils ältern,theils neüern, ziemlich zuverlässigen Angaben mitgetheilt (III. Bd. S. 518),ohne dieselben jedoch verbürgen zu können. Nach anderweitigen, grvß-tentheils früher schon von Schubert in seinem trefflichen „Handbuch derStaatskunve von Eüropa" gesammelten Nachrichten, ergeben sich folgendeDaten für den Vichstand von Frankreich -

Vom Geschlecht Lguus: 1,872,617 Pferde, 350,000 Maulthicre,3 Millionen Esel, zusammen, in runder Zahl, 5,222,600 Stück. — VomGeschlecht Los: 6,973,400 Stück Rindvieh aller Art. — Vom Geschlecht