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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensystem.

haftercn Temperaments, tret) des fcürigcn Bluts, das in seinen Adernrinnt, trotz der größeren Anregungen, welche milderes Klima, andereLebensweise, manch' andere Nahrungsmittel in ihm hervorbringen, mehrGefühl für Sittlichkeit und öffentliche Moralität besitzt, als der Deutsche,dessen Vaterland nur in den nördlichen Gegenden einen ähnlichen Maaß-stab der Sittlichkeit besitzt., wie Frankreich, während in dem ccutralcnSüddcütschland, in Baicrn, das Verhältniß der ehelichen Geburten zuden unehelichen, nach elfjährigem Durchschnitt von 18241835, auf dieschauerliche Größe 1 zu 4,z steigt (s. IV. Bd., S. 56 und 57). Wirsprechen hier von Frankreich im Ganzen. In einzelnen Gegenden stelltsich das Verhältniß, wie sich erwarten läßt, nicht so günstig. Doch,es würde zu weit führen, wollten wir in dieser Beziehung alle Departe-ments durchmustern; wir begnügen uns mit denjenigen, in welchen dieneun volkreichsten Städte-gelegen sind, welche den traurigen Ruf großerZügellosigkeit in der Befriedigung des Gcschlechtstricbcs zu haben psiegcn.Da zeigt sich dann

das Verhältniß der unehelichen Geburten zu den ehelichen.

Seinc-Depart. . 1

Rhone ... 1

Bouches-du-Rhone 1Girvnde . : . 1

Seine-inforieure IHaute-Garonnc. lLoire-infvricure. INord .... 1

Bas-Rhin . . 1

Diese kleine Tabelle, in

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Paris .Lyon

MarseilleBordeauxRoucn .Toulouse

19 beinahe Nantes.9,54 Litte. .

^ 14,4t Straßburg

der das Verhältniß d

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1 ,4z^,76

3,08

3,19

2,98

3,87

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r Städte nach den

Erhebungen für das Jahr 1835 eingetragen ist, zeigt, das; Paris, durchdie Sittenlvsigkeit seiner Bewohner berüchtigt, diesen Ruf allerdings ver-dient, daß es aber von Straßburg, und ganz besonders von der großenFabrikstadt Lyon, übertrvffen wird; und wir fetzen ferner, daß Marseilleein Verhältniß der unehelichen Kinder zu den ehelichen darbietet, wieman es kaum von einer See- und Handelsstadt, von Frankreichs volk-reichstem Handelshafen erwarten konnte. Zugleich nehmen wir wahr,daß, mit Ausnahme von Paris und seinem Departement, die großenStädte in Beziehung auf den hier in Rede seienden Moment der öffent-lichen Sittlichkeit, keine», oder doch nur einen »»merklichen Einfluß aufdie kleinen Städte und die ländlichen Gemeinden ausüben; dies tritt vor-züglich hervor in den Departements Bas-Rhin, Haute-Garoune und Loirc-infvrieure, deren Hauptstädte ei» ungünstiges, die übrigen ihrer Gemein-den, im Ganzen genommen, dagegen ein sehr günstiges Verhältniß dar-bieten. Unter allen großen Städten Frankreichs erkennen wir also inLyvn diejenige Stadt, wo im Jahre 1835 die geringste Enthaltsamkeitherrschte, denn hier bclicf sich die Zahl der ehelichen Kinder auf 145,wenn die der unehelichen 10V betrug. Viel günstiger gestaltete sich dasVerhältniß im folgenden Jahre; da gab es 274 eheliche Geburten auf100 uneheliche; und nun trat Paris an die Spitze mit 200 ehelichen