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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

Zu Liesen 66 Bisthümern ist in neuester Zeit noch eines hinzugekommen,das von Algier. Im Jahre 1833 bestand der Clerus uns 43,552 Per-sonen; nämlich, außer den 8V Erzbischösen und Bischöfen, von welchenersteren 4 Kardinale waren, aus 174 General-Vicaren, 660 Domherrenoder Canvnicis, 3301 wirklichen und 26,776 stellvertretenden Pfarrern(eures und äesservkws), 6184 Vicaren, 1044 Lehrern in theologischenSchulen und Seminarien und 3500 angehenden Priestern. Für die Bil-dung des Priesterstandes bestehen, außer einer Höheren Studienaustalt inParis, 205 Seminarien oder geistliche Sekundärschulen, die in den ver-schiedenen Diöcesen vertheilt sind. Kurz vor Ausbruch der Revolutionvon 1830 gab es über 3000 Klöster, unter denen sich sogar Trappisten-klvster befanden; doch waren wohl die meisten theils der weiblichen Er-ziehung durch Nonnen, theils der Krankenpflege durch barmherzige Bruderund Schwestern gewidmet. — Durch einen Äbb« Chatcl ist ein Schismain der katholischen Kirche entstanden; er nennt seine Sccte die freie fran-zösische Kirche; allein wed'er diese, noch der Saint-Simvnismus, mitseinen abenteüerlichen Ideen, ist staatsrechtlich anerkannt.

Im südlichen Frankreich hat sich schon im zwölften Jahrhundert dieerste Regung zur Rückkehr zu den Grundsätzen der ursprünglichen christ-lichen Kirche durch die Waldenscr oder Albygcnser gezeigt, welche dadurchdie Vorlanfe-r der großen Kirchcnreformation im fünfzehnten Jahrhundertgeworden sind. Süd-Frankreich ist daher auch, trotz der ungeheüernStürme und Verfolgungen, welche die Protestanten in diesem Lande Jahr-hunderte lang zu bestehen und zu erdulden gehabt haben, die Heimathder Neformirten geblieben, die ganz besonders in den Departements Gard,Arddche, Drome, Lvt-u.-Garvnne, Lvzvre, Deur-Sövres, Hvrault, Tarn,Charente-införieure, Gironde und Avcyron ihre Wohnsitze haben, aberauch in beiden Rhein-Departements und in Paris Gemeinden bilden. DieNeformirten, oder Calvinisten, wie sie in der StaatSpraxis heißen, habenihre Pastvre (pastours), Konsistorien und Synoden. Sie besitzen imGanzen 438 Kirchspiele und 101 Kvnsistorialkirchen, von denen alleinim Gard-Departement 17 vorhanden sind. Im Elsaß sind 4 Confistorial-kirchen mit 27 Kirchspielen und 47 Kommunen. In der Regel 5 Kon-sistorialkirchen bilden den Bezirk einer Synode, Leren Mitglieder sich ohneGenehmigung der Staatsregierung nicht versammeln dürfen, und die Be-rathung über die Angelegenheiten ihrer Kirche innerhalb sechs Tagen be-endigen dürfen. Zur Bildung ihrer Geistlichen besitzen die Calvinisteneine theologische Fakultät in Montauban. Die Geistlichen sind Staats-diener, ebenso auch die der —

Evangelisch.lutherischen Kirche, die vornehmlich in den beiden Rhein-Departements zu Hause ist, doch hat sie ihre Anhänger auch in Paris,und in dem Departement Jsvre. Sie steht unter einem General-Kon-sistorium zu Straßburg, 6 Inspektionen, und 31 Konsi'stvrialkirchcn,welche 216 Kirchspiele und 373 Kommunen zählen. In Straßburg giebtes eine theologische Fakultät und ein Prediger-Seminar. Don christlichenSecten sind wenige vorhanden, doch- sind einige Dörfer im Departementdes Bas-Rhin von Anabaptisten bewohnt.

Die Juden haben ein Central-Konsistorium zu Paris, und in den