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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensvstem.

32,568; Cementstahl 26,560; Gußstahl 1725; Gaarkupfer 1394. ImJahre 1833 standen 1246 Eisenwerke in Betrieb, darunter 454 Hoch-öfen, 81 Pochwerke, 317 Hammerwerke zu Eisen und Stahl, 38 Eisen-blechhammer, 26 Eisenblechschmieden und 29 Sensenhammer. Seit 1815Hort Frankreich allmälig auf, dem Auslande tributpflichtig zu sein inBezug auf Feilen, Raspeln, Pfriemen, Sicheln, Sagen rc., und Deutsch-land wird in dieser Fabrikation bald nichts mehr voraus haben; wäh-rend die französischen Mcsserschmidwaarcn sich durch Schönheit und Wohl-feilheit auszeichnen. Die Schwertfcger haben die Mittel entdeckt, um dieblanken Waffen zu damasciren. Die Metallwaaren-Fabrikation beschäftigtsich auch mit vielen Modeartikeln in Edelmetallen und Plattirnngen.

Frankreich fängt auch an in der Fabrikation der gewöhnlichen Uhren'mit der- Schweiz zu wetteifern, während es in der Anfertigung vonastronomischen Uhren und Chronometern mit England auf gleicher Stufesteht. Letzteres gilt auch von den astronomischen, physikalischen und opti-schen Werkzeugen; nicht minder von den großen Maschinen zum Gebrauchder landwirthschaftlichen und technischen Gewerbe, die theils in Frank-reich selbst erfunden, theils aus dem Auslande auf französischen Bodenverpflanzt worden sind, und daselbst Anwendung im Großen gefundenhaben. Die Gewerbe, welche besonders auf die Scheidckunst gegründetsind, haben das Glück gehabt, von den größten Chemikern kultivirt zuwerden; sie haben die Schncllblciche erfunden, und wohlfeile, schnelleMittel zur Bereitung einer Menge Salze und Sauren. Die Gasbc-leüchtung ist in Frankreich erfunden, in England zuerst angewendet unddann in ihr Vaterland verpflanzt worden. In der Lederbercituug hatman das englische und deütsche lackirte Leder, auch den russischen Zuftcnvortrefflich nachgeahmt, und in der Fabrikation des asiatischen Maroquindie Muster des Orients übertroffen.

Den französischen Töpferwaaren warf man Plumpheit, dem FaienceMangel an Schönheit und dem Porcellan übergroße Theürung vor; dieIndustrie hat diese Vorwürfe beseitigt. Auch das französische Krystallglasist dem englischen gleich gekommen, hiusichts der Qualität, und über-trifft es in den geschmackvollen Formen. Diese, so wie Dauerhaftigkeituud Wohlfeilheit zeichnen die französischen Tischlerarbeiten aus, und ge-schätzt sind die musikalischen Instrumente, von denen alle Arten verfer-tigt werden.

Während den verschiedenen Zweigen der Privat-Industrie ein sogroßer Aufschwung zu Theil geworden, sind die, technischen Arbeiten,welche der Staatsdienst erfordert, nicht stehen geblieben. Die Ketten-anker, welche die Sicherheit der vor Anker liegenden Schiffe so sehr be-fördern; die Metallgefäße, welche das Trinkwasser auf den längsten See-reisen frisch und rein erhalten; die Illuminatoren oder konvexen Gläser,welche in den dunkelsten und ungesundesten Theilen des Schiffsraumesund Zwischendecks Licht verbreiten und zur gesunden Luft beitragen; dieFabrikation der Ankertaue durch Maschinen, welche Sparsamkeit im Ma-terial und größere Stärke des Fabrikats bezwecken; die Schiffsbaukunst,so wie die Schifffahrtskunst selbst in vielen ihren Zweigen; die hydro-graphischen Vermessungen der Küsten Frankreichs, denen die ähnlichen