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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Europäisches Staatensystem.

Zahl der Jahre, während welcher die meisten Kinder die Schule

besuchen.- . 6

Zabl der Städte, in welchen primäre Normalschulen, d. i.: Schul-

lehrer-Seminarien, errichtet sind.15

Und derjenigen Städte, wo geistliche Brüder-Gesellschaftcn Schulenunterhalten..r. i>

Mit jeder Akademie, an deren Spitze ei» Rcctvr steht, ist ein könig-liches College, ein Gymnasium im Sinne des protestantischen Deutsch-lands, verbunden; doch ist die Zahl dieser Colleges nicht auf die derAkademien beschränkt, sondern auf 100 bestimmt, von denen aber der-malen wohl kaum die Hälfte errichtet sein wird. Sämmtliche Akademienzusammengenommen haben ihren Centralpunkt in der Universität zu Paris,die nicht als eine Unterrichts-Anstalt, sondern als eine technische und ver-waltende Aufsichtsbehörde auftritt, und als solche den sogenannten Uni-versitätsrath bildet, an dessen Spitze der Minister des öffentlichen Unter-richts, als Großmeister der Universität, stebt. Universitäten, wie unseredeutschen, giebt es in Frankreich eigentlich nicht, außer in Straßburg,wo sich die Universität aus der alten deutschen Zeit in ihrer ursprüng-lichen Form so ziemlich erhalten hat. Diese höchsten Unterrichts-Anstal-ten bestehen in Frankreich theils aus an einem Ort verbundenen, theilsgetrennten Fakultäten oder Spezialschulen für die verschiedenen Berufs-wissenschafken oder die allgemeinen Wissenschaften und Literatur. DieserInstitute giebt es zwölf: zu Air, Besanyon, Bordeaux, Caen, Dijon,Grenvblc, Lyon, Montpellier, Paris, Poitiers, Rcnncs und Toulouse.Eine ausgezeichnete Unterrichtsanstalt der höchsten Stufe ist das CollegeRvyal Le France zu PariS, das im Jahre 1530 von Franz 1. errichtetund 1774 rcorganisirt wurde: es zählt 3l Lchrstühle für die allgemeinenWissenschaften und Literatur, diejenigen Zweige des Wissens, welche manin Deütschland in der philosophischen Fakultät zu versammeln pflegt.Unter den Berufswissenschaften ist die Jurisprudenz diejenige, welcheunter den jungen Lcüten vom Gelchrten-Stande am meisten Zulauf hat;man rechnet unter der studircnden Jugend 1 Juristen auf 8400 Personender Gesammt-Bevölkerung, während erst auf 18,300 ein Medicincr kommt.

Frankreich besitzt eine große Menge von Unterrichts- und Bildungs-Anstalten für besondere Bernsszwecke, und es ist sehr reich an Hülss-anstalten, welche die Förderung und Belebung der geistigen Kultur imAllgemeinen znm Gegenstand haben. Unter den Letzter» steht oben an:

Das Königliche Institut von Frankreich, das in fünf Akademienzerfällt, in i) die französische Akademie (^caäemiv krantzuiss), für dieKultur der französischen Sprache und ihrer schönen Literatur bestimmt;2 ) die Akademie der Inschriften und schönen Wissenschaften (äenä. äesinseriptioiis vt beUvs - Ivttrvs) , für antiquarische Forschungen und denAnbau der historsichen Wissenschaften; — jede dieser Akademien aus 40Mitgliedern bestehend; — 3) die Akademie der Wissenschaften, mit 63Mitgliedern, für die mathematischen und physische» Wissenschaften; 4 ) dieAkademie der politischen und moralischen Wissenschaften, aus 40 Mitglie-dern bestehend, für die Kultur der National- und Staats-Wirthschafts-lehre bestimmt; endlich 5) die Akademie der schönen Künste, welche 40