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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Frankreich.

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wirkliche und 1» freie Mitglieder zählt. Das Institut ernennt -Associesim Anlande, und, mit Ausnahme der französischen Akademie, Korrespon-denten im Auslande. Es vertheilt durch mehrere seiner Abtheilungenjährlich Preise, im Besondern die Akademie der schönen Künste Preisein der Malerei, Bildhauer-, Bau- und Kupferstecherkunst, in der Art,daß die Preiserwerbcr zur Fortsetzung ihrer Kunststudien nach Rom ge-schickt werden und daselbst mir einem Staatsstipcndium fünf Jahre langverweilen. -- Die Königl. Akademie der Medizin, welche, wie das In-stitut von Frankreich, in Paris ihren Sitz hat, besteht aus drei Abthei-lungen: der Medicin, der Chirurgie und der Apothekerkunst.

Es giebt in Paris königl. Specialschulen der schonen Künste, mathe-matischen Wissenschaften und des Zeichnens zur Verbreitung der Kennt-nisse in den mechanischen Künsten, in der Musik und Deklamation; dem-nächst eine königl. Reitschule und vor allen ein großes königl. Gewerbe-Institut (evnsvrvnlvirv üos arts et mvtiers), das in drei AbtheilungenZerfällt: in die Vorbereitungsschule («evl« prvparatoirs äes urts ei me-lier«), die höhere Gewerbeschule (veole ä'npplication sie« evnn-üss-mees^oivotiligues) und das Gewerbe-Museum (lVlnsee inünstriel), enthaltend^ne außerordentlich reiche Sammlung von Maschinen, Apparaten, In-strumenten und Modellen, ein Zcichnungen-Kabinct und eine Bibliothek;äüglejch wird in diesem Museum freier Unterricht im Maschinenzeichncnan Gewerbtreibende ertheilt. Mit diesem Hauptgewerbe-Institut stehenin Verbindung die königl. Gewerbeschulen zu Chalons-sur-Marne undAngers, so wie die Lamartiniöre-Schnlc zu Lyon. Für das höhere Stu-dium der Naturgeschichte besteht in Paris eine große Anstalt, die berühm-teste in der Welt (Nusvv ä'kistoiro naturelle), mit der der botanischeGarten lgsräin stss plantvs), eine große Menagerie, zoologische und mi-neralogische Sammlungen, Herbarien, ein Kabinct für die vergleichendeAnatomie u. i. w., verbunden sind, und woselbst die berühmtesten Na-turhistoriker Frankreichs öffentliche Vorlesungen halten. Ebenso berühmtist die königl. polytechnische Schule zu Paris. Unter den Lehranstaltenfür besondere Berufszwecke müssen wir ferner noch anführen: die Thicr-arzncstchulen zu Alfort und Lyon, so wie die analoge Unterrichts-Anstaltfür das Studium der Krankheiten bloß des Rindviehs in Toulouse;die königl. Land-, Wasser- und Wegcbauschule («eolv äes ponts st ekaus-sötzs) zu Paris, so wie die Bergwerksschule (vovlv ävs mines) eben-daselbst; kleinere Bergbauschulen, insbesondere zur Erlernung des prak-tischen Dienstes, bestehen in St. Etiennc, Geislautcrn und Pezay.

Für den Unterricht der Seeleüte ist sehr reichlich gesorgt, sowohl^as die Kriegs- als die Kaufsahrteistotte anbelangt. Es giebt ein königl.Marine-Kollegium zu Angoulöme; eine Schiffsbauschule zu Paris; eine^pecialschule des See-Jngenieurwesens zu Brest; zwei Marine-Artillerie-ichulen zu Tvulon und Loricnt; drei Kompagnien Marinczöglinge zurest, Rochcforr und Tvulon; dreizehn große Navigationsschulen zu Töri-nn, Marseille, Cette, Bayvnne, Bordeaux, Rochcfort, Nantes, Loricnt,erst, St. Malo, Caen, Le Havre und Dünkirchen, und dreißig Steücr-mannsschulen zu Antikes, Agde, St. Tropez, Arles, Martigues, Nar-"o«ne, Collroure, Sables-d'Olonne, Abvurne, La Röchelte, La Ciotat,