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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Frankreich.

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und in diesem Vertrage trat Österreich seine Niederlande (Belgien) anFrankreich, so wie das Milaucsische, Mantuanische und Mvdenesische andie Cisalpinische Republik ab; endlich auch die, früher von der RepublikVenedig besessenen Ionischen Inseln, welche Frankreich für sich behielt.

Bald nach dem Frieden von Campo-Fvrmiv traf das DircctoriumAnstalten, um den Krieg gegen England kräftiger, als früher, zu führen,und schickte gleichzeitig Gesandte an den Kongreß zu Rastadt, den Frie-den mit dem dcütschen Reiche zu unterhandeln. Aber es fiel auch in dieSchweiz ein, unter dem Verwände, die rcvvltircnden Waadtländer zurRuhe zu bringen, vereinigte die Schwcizerstädte Mühlhausen und Genfmit dem französischen Gebiete, und fertigte den General Bonaparte miteiner starken Militairmacht nach Ägypten ab; alle diese Vorgängebewaffneten ganz Europa, mit Ausnahme Preüßcns und Spaniens, gegendie Republik. Bonaparte kehrte von seiner unglücklichen Expedition nachÄgypten zurück, schaffte das Dircctorium ab, und sehte an dessen Stelledie Kvnsnlar-Regierung, in der er die erste Stelle einnahm. Der ersteKonsul setzte den Krieg gegen die zweite Koalition fort; der Friede vonLuncville machte dem Blutvergießen einstweilen ein Ende, 1801 den9- Februar. Die in dem Vertrag von Campo-Formio stipulirtcn Abtrc-tungen Österreichs wurden im Luneviller Frieden bestätigt, und überdcmtrat das Deutsche Reich das ganze linke Rheinnfer an die französischeRepublik ab. Toskana wurde zu einem Königreich Etrurien erhoben unddem Infamen von Parma gegeben, als Entschädigung für die Herzvg-thümer Parma, Piacenza und Quastalla, die an die Cisalpinische Re-publik übergingen, und die Unabhängigkeit der Batavischen, Helvetischen,Ligurischen und Cisalpinischcn Republik wurde anerkannt. Im Märzdesselben Jahres schloß Frankreich Frieden auch mit dem König beiderSicilien, der seine Rechte aus die Insel Elba an die französische Re-publik abtrat; sodann kam im September der Friede mit Portugal zuStande, und durch diesen Frieden wurden die Gränzen von Franzvsisch-Guiana bis an die Mündung des Amazonen-Stroms ausgedehnt, wasaber im Jahre darauf dahin eine Änderung erlitt, daß die Gränze umzwanzig Stunden (Ineus«) weiter gegen Norden geschoben wurde. Spa-nien hatte, schon 1800, Louisiana an Frankreich abgetreten; allein dieRepublik blieb nicht lange im Besitz dieses Landes; sie verkaufte es 1803an die Vereinigten Staaten von Nordamerika. Ich Jahre 1802 kamder Friede von Amiens zu Stande, der zwischen der französischen undd)'r batavischen Republik in Verbindung mit Spanien einer Seils, undEngland andrer Scits abgeschlossen wurde, und der einen ncünjährigcnKrieg zum Ende oder vielmehr zum Waffenstillstand brachte. Eng-^aad gab an Frankreich die Kolonien zurück, während die Republik imihrer Eroberungen blieb, unter denen auch das Picmont war. Die»tonischen Inseln, yst wieder verloren gegangen waren, anerkannte Frank-*oich als Republik der Siebe» Inseln. Die Ritterorden und Auszeich-nungs-Mcrkmalc, welche im Jahre 1791 abgeschafft worden waren, wur-^en 1892 durch den Orden der Ehrcn-Lcgivn ersetzt; und bald darauf^schaffte yxx, mit der hohen Pforte geschlossene Friede, dem französischenKaufmannsstande die Schifffahrt auf dem schwarzen Meere.