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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches Staatensystem.

Collvge, eine königl. Navigationsschule, eine Arzneischnle, eine Gewerbc-und Handelsschule, eine Musik-Lehranstalt; ein Athenäum, wv öffentl.Vortrage in allen Wissenschaften gehalten werden; eine königl. Akademieder Wissenschaften und Künste; eine akademische Gesellschaft der Medicin;eine statistische Gesellschaft, die erste, welche in Frankreich errichtet wor-den ist; die kvnigl. Marine-Sternwarte, ein treffliches Institut, das stetssorgfältigster Pflege genossen hat; ein kvnigl. Akklimatisativns- und einkönigl. botanischer Garten, einer der bedeutendsten unter allen Provinzial-Anstalten dieser Art; ein Gemälde- und Antiquitäten-Museum, das nachden großen Pariser Sammlungen den ersten Rang in Frankreich ein-nimmt; ein> naturhistorisches Kabinet; eine öffentl. Bibliothek sorgt fürdie Pflege der Gelehrsamkeit, ein Theater für das — Vergnügen der In-wohner. Marseille hat, wie sich von selbst versteht, eine Börse; es hateine Handelskammer und ein Handelsgericht. Der Zusammenfluß vonMenschen der verschiedensten Nationen aus dem Occident, dem Orientund aus dem Süden, aus Afrika, steigert die Bevölkerung Marseillesmomentan wohl auf 2vü,üü0, und es kann nicht fehlen, daß die man-nichfaltigen Gesichtszüge, Sitten, Gewohnheiten, Kleidungen, die indiesem ungeheüern Volksgewühl einer großen Seestadt dem Fremdling indieser Stadt entgegentreten, auf ihn, namentlich den Nordländer, einenhöchst überraschenden Eindruck hervorbringen muß. Verbindet man mitdiesen ethnographischen Eigenthümlichkeiten die meteorologischen Erschei-nungen des Klima von Marseille, die milde Luft, den fast ewig heitern,selten umwölkten Himmel, dann die pitorcsken Umgebungen, die scbönen,grünen Berge und das herrliche blaue Meer mit seinen Felsenschlössernauf der Rhede, so erscheint Marseille ohne Zweifel als einer der anzie-hendsten Punkte in Frankreich und in — Eüropa. Endlich darf es nichtunerwähnt bleiben, daß in Marseille die griechische Kirche ihren Gottes-dienst übt.

^Ai.r (mit dem Zusatz in der Provence). St. am Arc, vormaligeHauptstadt der Provence; Sitz eines Erzbischofs, eines königl. Gerichts-hofes und einer, aus einer theologischen und einer juristischen Fakultätbestehenden Akademie. Unter den öffentlichen, durch architektonische Schön-heit sich auszeichnenden Bauwerken erwähnen wir die Kathedrale, worindie Taufkapelle, ein ehemaliger Apollo-Tempel, eines der schönsten Mo-numente ist; den Glockenthurm; den Springbrunnen des Rathhauses;den Obelisk auf dem Palaisplatz; den Justizpallast; die Magdalencn-und die St. Johannis - Kirche; und unter den Straßen den Corso, eineprachtvolle Promenade mitten in der Stadt. Asr hat 24,660 I., dieSeiden-, Woll - und Baumwollen-Manufakturen unterhalten, vornehmlichaber Ölbau und Ölhandel treiben, und auch in den uralten warmenBädern, denen die Stadt ihr Entstehen verdankt, einen Erwerbszweigfinden. Außer der Akademie giebt es hier ein Collsge, ein Priester-Seminar, eine freie Zeichenschule; dann eine Akademie der Wissenschaftenund Künste, eine statistische Gesellschaft, eine Gemälde-Gallerie, nebsteinem reichen Antiquitäten-Kabinet, und endlich eine öffentl. Bibliothek,von ihrem Gründer Mejanes genannt, eine der reichsten, an Druck-schriften wie au Manuskripten, in ganz Frankreich. — "Arles, St. an