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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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165
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Frankreich.

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der Spitze deS Rhone-Delta, eine der ältesten Städte Frankreichs, derenGlanz, zur Römerzeit, durch eine große Menge wohlerhaltcner Bau-denkmäler kund gegeben wird; 20,048 I., die einen ziemlich lebhaftenHandel und Schiffbau treiben, auch einige Seiden- und Hutfabrikenunterhalten. Arlcs besitzt ein College, eine Navigationsschule, ein na-turhistorischcs und ein Anti'qnitäten-Kabinet, so wie eine öffentl. Biblio-thek. Man beschäftigt sich auch mit der Baisalz-Bereitung, und sehrwichtig ist die Viehzucht der Delta-Insel Camargue, wo die königl.Stammschäferei Armillvre zu bemerken ist. Unter den kleineren undkleinen Städten des Departements bemerken wir:'La Ciotat, an einerBucht, östlich von Marseille, mit einem guten, geschützten Hafen; 5300Z-, die Wein-, Öl- und Mandelbau treiben, und sich außerdem mit derErbauung von Schiffen, mit der Fischerei und Küstcnschifff.ihrt sehr leb-haft beschäftigen; es ist hier ein Handelsgericht und eine königl. Navi-gationsschule, die den Ruf hat, daß aus ihr aüßcrst tüchtige Kauffahrtci-Kapitäne hervorgehen. Cassis, See- und Hafenstadt, westlich von LaCiotat; gute weiße Weine. Aubagne, an der Veaunc, 6600 I. Wein-bau und lebhafter Gewerbetrieb, Fayence-Fabriken. Auriol, ebenfallsviel Industrie. Gardanne, Steinkvhlcnban. Les Martig ues, ander Mündung des Etang de Bcrre in's Meer, unter den kleinen Städtendes Depart. die gewcrbrcichste; sie hat 6900 Z., die einen sehr bedeu-tenden Schiffbau auf zahlreichen Werften, eine ansehnliche Thnnfischereiund einen ausgedehnten Ölbau treiben, und dazu noch einen andern Ge-werbszweig fügen, nämlich den Handel mit einer gewiffen Art Kaviar,den sie selbst zubereiten; es besteht hier ein Handelsgericht; der Hafenvon Les Martigues heißt Port de Bvuc. Berre, an dem Strandseegl. Namens, Fischerei und Baisalzbercitnng, Feigen-, Mandel- undOlivenbau. Saint-Chamas, an demselben See, durch sein Öl ganzbesonders berühmt und bcmerkenswerth durch das unterirdische Gewölbe,welches quer durch einen Hügel angelegt worden ist. Salon, in derCrau, und am Canal de Craponne, 5300 Z., Seiden- und Ölbau.Lambesc und Trets, wo Wein- und Ölbau betrieben wird und auchFabriken bestehen. Den größer» Städten zuzuzählen ist Tarascon, amRhone, L 1,500 I., die Stärke-, Branntwein- und Wvllfabriken unter-halten, und Schiffbau und einen sehr lebhaften Handel treiben; es be-steht hier ein College. Les-Saintes-Maries, kl. St. auf der InselCamargue. Chatean-Renard, St. unweit der Durance, 3500 I.,die bedeütenden Gartenbau betreiben. Orgon, St., ebenfalls unweit des-selben Fl., 2100 I.; hier führt ein Kanal durch einen Berg. St.Remy, St. am nvrdl. Fuß der Hügelkette Alpines; 5700 Z.; Kadis-weberci, Marmormühlen und lebhafter Handel. Les Bcaux, kl. St.südwestlich von St. Remy. An der Ostgränze des Departements ist einerder südwestlichsten Eckpfeiler der Alpen zu bemerken, der Mvnt Samte-Vfttoire, so genannt von dem Siege, welchen Marius über die Teutonenund Kimbern, 102 vor I. Chr., erfocht.