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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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271
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Britisches Reich. — EüropSifche Länder.

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Auf der Nordseite der Friths von Forth und Clyde liegt Mittel-schottland, das südliche Hochland, welches bis an den Moray Frith unddie lange Kette von Seen reicht, die ganz Schottland, in der Richtungvon NO. nach SW., von Znvcrncss bis Fort William nnd zur LinnheLoch, quer durchsetzt; dieses lange Thal ist der Caledonische Spalt.

Den Hauptzug in der Physiognomie der Bodengcstalt dieses Theilsvon Schottland bildet die lange Kette der Grampian-Bcrge, dieauf der Südwcstseite, im Mull of Cantyre, Irland gegenüber, aus demMeere aufsteigt, und in einem großen, erst nach Norden', dann nachNvrdosten, endlich nach Osten gerichteten Bogen das ganze Land bis andas Deütsche Meer durchsetzt, und hier, bei Stonchavan, in der Graf-schaft Kincardine, eben so steil abfällt, wie sie jenseits emporgestiegenist; während verschiedene Zweige derselben in nördlicher Richtung bis andie nördlichen Felsengcstade von Aberdeenshire und Banffshire fortsetzen.Kurz und jäh ist der westliche Abfall dieser Gebirgsketten, lang und all-mälig die östliche Abdachung, in mehreren Stufen. Hier bilden dieSidley-, Ochil- und Campsie-Berge in Stirling eine ziemlichzusammenhangende Kette; unzusammenhangender sind Keltie Law,Largo Law, die Lvmonds und die Salzberge in Kinross- nnd Fifeäshire. Der höchste Berg dieser Abtheilung, und der Scheitelpunkt vonganz Schottland und ganz Großbritannien, ist der Ben Nevis in derGrafschaft Znverness; er steigt bis zu einer Höhe von 4374 engl. Fußoder 684« über dem Meere.

Zahlreiche Seeflächen bedecken dieses Hochland; die bedeütendste«darunter sind: Loch Lvmond, Loch Tay, Loch Ness und LochAwe, fast sämmtlich im Innern des Gebirgs gelegen, wo sie romantischeLängenthäler füllen. Die innern Thäler des schottischen Hochlandes sindschmale Felsenspalten, Glens genannt; aber da, wo die Thäler gegendas Meer sich öffnen, werden sie breiter und freier, und lassen einenhöheren Grad von Kultur zu; diese Art von Thälern wird Strathsgenannt.

Derselbe Karakter der Oberfläche spricht sich auch in der kleinerenNordhälfte des schottischen Hochlandes aus, nur daß hier die Höhen nichtso bedeütend sind, als im südlichen Hochlande; dagegen ist die Scene nochwilder, erfüllt mit Felsen, Bergen, Heiden, Wäldern und Lochs, unterwelcher Benennung auch die tief landein dringenden schmalen Secbusenverstanden werden, welche, wie die Fiorden Skandinaviens, die westlicheKüste des schottischen Hochlandes auszacken. Loch Carron, Loch Tcr-vidon und der große Loch Broom sind die bemerkenswerthesten dieserDüsen, deren Ufer aus jäh abstürzenden Bergmassen bestehen. Unter denLandseen zeichnet sich Loch Maree aus, der, wie Loch Lomond imsüdlichen Hochlande, viele Inseln enthält.

Von ähnlicher Beschaffenheit ist die nördliche Küste Schottlands:Cope Wrath, die nordwestlichste Landspitze, ist eine hohe Felsenpyramide,>e am Ende einer zerrissenen Felsenkette weit in den Ocean hineinragt,ntthness, die nordöstlichste Grafschaft von Schottland, obwvl noch immerwild, wie das ganze Hochland, senkt sich allmälig gegen das Meer und'It mit niedrigeren Bergreihen angefüllt.