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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropaisches Staatensystem.

Parallel von 55" N., der die Gränze zwischen England und Schottlandbildet und den Nvrdrand von Irland berührt, hat auf dem AtlantischenMeere der Winter eine Wärme von fast -j- 5", der Sommer beinahe-s- 13". Die Ostminde, die vvm eüropäischen Kontinent herwchen, sindim Winter und Frühling haüfig von großer Kälte begleitet, und trocknen,da sie wenig Feüchtigkeit besitzen, den Boden schnell aus. Daher kommtes, daß die östlichen Küsten von Großbritannien, welche den ersten Ein-druck von den östlichen Winden empfangen, durchgängig mehr am Kon-tinental-Klima Theil nehmen, während der entgegenwirkende Einfluß derWestwinde durch ihren Weg über die Inseln und die Hemmung durch diehohen westlichen Gebirge schon sehr geschwächt ist. Dieses ist am merk-lichsten in England, welches eine viel weitere Ausdehnung der Oberflächedes Binnenlandes hat, auch zum Theil gegen den vollen Einfluß derwestlichen Winde durch die Nahe Irland's, wie auch durch die mehr ent-schiedene westliche Lage seiner Gebirge geschützt ist. Nach den Untersu-chungen von Kämtz ist die mittlere Windrichtung in GroßbritannienS. 65"'/, W. (s. I. Band, S. 31V), d. j. 1v° weiter gegen Süden, alsin Deütschland, und 22° weiter gegen Süden, als in Frankreich undden Niederlanden. Dabei beträgt die Stärke dieser mittleren Luftströmungv,.ss, d. h. die untere Luftmasse wird durch alle Winde so verschoben,als ob 198 Winde aus der Richtung S. 65°'/, W. geweht hätten; dabeiverhalten sich übcrdem die östlichen Winde zu den westlichen wie 1 : i,„,und die nördlichen zu den südlichen wie 1 : 1,,z. Im Besondern zeigtsich an der südwestlichen Spitze von England, zu Penzance, in Cornwall,sowie am Südrand von Irland, zu Cork in Munster, eine Neigung deswestlichen Windes gegen Norden; die mittlere Luftströmung an beidenOrten ist, nahe übereinstimmend mit der gegenüberliegenden Küste vonFrankreich, N. 85"'/, W.; sie wird aber an der Südküste von England,nach den Beobachtungen zu Gvspvrt, in Hampshire, genau W., undgewinnt von da an gegen das Innere von England die mehr südwestlicheRichtung, welche gegen das südliche Schottland hin die vorherrschendebleibt, während in Mittelschottland die mehr westliche das Übergewichtzu erhalten scheint; denn in Clunie, in Perthshire ist die mittlere Rich-tung des Windes S. 8l° W. mit der Stärke v„;<.

Mit Ausnahme etwa der Atlantischen Küste von Skandinavien istkein Land in Eüropa so feücht, als Großbritannien und Irland; diesgeht aus den obigen Nachmessungen über die Regenmenge hervor, aberes spricht sich auch in den Nebeln aus, welche das Land haüfig bedecken,und nicht selten so dicht sind, daß man, z. B. in London, Werkstättenund Läden bei Tage crleüchten muß. London hat im Jahre 34 Nebel-tage, und davon fallen auf den Herbst und Winter 81'/,, auf den Früh-ling 15, und auf den Sommer 3'/, Prozent. Im ebenen Lande trittder atmosphärische Niederschlag im Winter selten als Schnee auf, min-destens ist er nicht von langer Dauer, wie sich schon aus der mildenTemperatur erkennen läßt, die diese Jahreszeit auszeichnet. Auf den Ge-birgen dagegen, in Wales, Cnmberland, Westmorcland und auf denGrampians, fällt tiefer Schnee, und er bleibt bis in die Mitte desFrühlings, selbst bis zum Anfang der Sommerszeit liegen.