Buch 
5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
289
JPEG-Download
 

Britisches Reich. — Eüropäische Länder.

289

Das Fortschreiten der Jahreszeiten längs der Meridiane, welchesvon der Vegetation angezeigt wird, hat Watson durch vergleichende Be-obachtungen über die Blüthezeit der Pflanzen im Süden und im Nordenvon Großbritannien zu ermitteln sich bemüht. Die Bevbachtungsstationensind im Süden : Barnstaple, Lat. 51* 6' N., in Devonshire; im Nordenin den schottischen Grafschaften Mairn und Elgin, Lat. 57° 30' bis57" 35', und zu Strathpcffer, in Rossshire, etwa in Lat. 57' 40'; da-zwischen in Kvswick, Lat. 54° 38', in der englischen Grasschaft Cumber-land. Diesen Beobachtungen zufolge blühen die Pflanzen in

Barnstaple früher als in Nainishire um ... 12 Tage,

in Elgin.17'/- »

in Strathpcffer.30 »

Keswick früher als in Nairnshire.. 6 „

wobei zu bemerken, daß Keswick, mitten im Eumberländischen Gebirge,in ansehnlicher Höhe über der Mccresfläche gelegen ist. Aus Beobach-tungen, welche Watson auf demselben Gebirge während eines Jahresanstellte, schloß er, daß in einer mittleren Höhe von 2000 engl. Fußdas Blühen der Flühlingspflanzen ungefähr zwei Monate später erfolgt,als nahe an der Meeresküste bei Barnstaple; sodann auch, daß der vereinigteEinfluß größerer Höhe und höherer nördlichen Breite im weiteren Ver-folg der Jahreszeiten um ein Bebrütendes geringer wird, während er imfrüheren Theil des Jahres viel größer ist.

6. Mineralreichthnm.

Großbritanniens Mineral-Erzeügnisse, auf deren Förderung seineindustrielle und kommerzielle Größe hauptsächlich mit beruht, sind vonMetallen: Eisen, Zinn, Blei, Kupfer, und von brennbaren Substanzendie Steinkohle. Einst zwar wurde ein Theil der Grafschaft Cardigandas Welshe Potost genannt, wegen des Reichthums seiner Silberberg-werke, allein diese Zeit ist längst vorüber, wogegen der Bergbau auf diegenannten unedlen Metalle einen außerordentlichen Umfang gewonnen hat.

Eisen ist in Wales, vornehmlich in der Grafschaft Glamorgan, undin den englischen Grafschaften Stafford, Shrop, York und Derby zuHanse. Während man in England allgemein glaubte, der Hohofen könnenur mit Holzkohle geheizt werden, verminderte der beschränkte und stetsabnehmende Vorrath an Brennholz den Bergbau auf Eisen, und drohte>ast, ihn ganz zu zerstören. Um die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts^Zeügtcn ungefähr fünfzig Hohöfen nur 17,000 Tonnen Eisen. Da fand^au indessen, vermöge der Erfindung der Dampfmaschine, daß der Hoh-len mit der abgeschwefelten Steinkohle eben, so gut geheizt werden könne,^ Holzkohle, und demgemäß die unerschöpflichen Kohlenfelder

iens den Werth der Eisengruben des Landes erhöhen wür»^en. Seitdem begann man die Feuerung mit Steinkohlen, die einen sol-len Erfolg hatte, daß schon im Jahre «788 über 68,000 Tonnen Eisengewonnen wurden, wovon drei Viertheile in Sreinkohlenöfen geschmolzenwrdcn waren. Außerordentlich ist das Steigen dieses Bergbaues gewe-bt - Die Produktion war im Jahre 1796 auf 125,000 Tonnen gestiegen.

zehn Jahre später auf das Doppelte dieses Quantums. SchottlandB-rghau«, Bd. V. IN

^ « mit der^roßbritann