Britisches Reich. — Cüropäische Länder.
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Freeholders, Aoomen, freie Besitzer kleiner Güter, und 4) die Copy-holders, kleine Bauern, auf deren Grundbesitz ein Erbzins haftet; end-lich 5) die Klasse der Fabrikarbeiter, Matrosen, Tagelöhner u. s. w.
Aber trotz dieser großen Verschiedenheit der Stande durchdringt jedenBriten das Gefühl der Freiheit, das Gefühl der Gleichheit vor demGesetz, und es kann ein Jeder, wenn er auch aus der untersten Stufeder gesellschaftlichen Rangleiter entsprungen ist, bis zur höchsten hinauf-steigen, und in der Reihe der Nobility den Grund zu einem ncüen Ge-schlechte der Aristokratie legen, wenn er nur ein Gentleman ist, d. h. einMann von Kopf und Herz, der Inbegriff aller moralischen, geistigen undsittlichen Bildung. Jedermann, der sich durch Bildung, durch bürgerlicheTugenden, durch Sorge um das Gemeinwohl rc. auszeichnet, hat An-spruch auf den Ehrentitel Gentleman, der nur demjenigen aus der Klasseder Gentry und der Nobility versagt wird, welcher sich durch Gemeinheitder Gesinnung, durch niedrige Handlungen bemerkbar macht. Nobilityund Vvmmonalty stehen sich im gesellschaftlichen Verkehr, besonders inden Städten, schroff gegenüber; aber wehe dem Gentleman, der die Ge-setze der guten Sitte überschritten; verstoßen aus der gute» Gesellschaft,ist er für immer der Klasse des gemeinen Volks verfallen.
Der Karaktcr des englischen Volks, sagt Baert, ist finster, heftig,nachdenkend; die öffentliche Erziehung ist für die Gentry und die Nobilityfast dieselbe und pflanzt in das jugendliche Gemüth eine Gleichförmigkeit,welche in der Folge nur durch den Einfluß der gemischten monarchisch-aristokratisch - demokratischen Staatsverfaffung, durch den Einfluß einergroßen Verschiedenheit der Konfessionen und Religionö-Secten, sowie durchden einer zurückgezogenen nud einsamen Lebensart mvdifizirt wird. DasGefühl des Stolzes und der Hvffart, welches aus dem Geist der Frei-heit und Gleichheit, diesen Grundlagen der britischen Verfassung, ent-springt, führt alle Klassen der Gesellschaft zu einem Geist dcr Nachah-mung, der in England stärker hervortritt, als in irgend einem andernLande, dcr, in allen Lcbensverhältnissen wahrgenommen wird und ganzvorzüglich jenen ungehcüern Verbrauch herbeiführt, welcher eine der mäch-tigsten Ursachen der National - Wohlfahrt ist. Sehr schwer ist, die ver-miedenen Klassen an der männlichen Kleidung zu unterscheiden, alle^rlt trägt sich auf dieselbe Weise. Die reich ausgestattete, kostbareMündung der Ladies aus der Klasse der Nobility wird von den Damenor Gentry nachgeahmt, und es ist nicht selten, daß ihnen die FrauenTöchter der untern Klassen der Commonalty an Sonn- und Feier-hierin folgen. Das Bcttelwcib trägt ein langes Kleid; das Dienst-odchx„, Bäuerin geht nie ohne einen Hut von schwarzer oder grünerHde aus. Der Landmann geht nicht schlechter gekleidet, als der Städter;nö!r ist nur von etwas minder feinem Tuche, der Schnitt nicht gleich. ) der neüesten Mode. Reiten ist eine Leidenschaft dcr Engländer, undc^/Welt will Pferde halten; der Luxus in Kutschen und Kaleschen istrejM^'dentlich und allgemein verbreitet. Mit Ausnahme einiger derein/M" Lords wohnt man in England ganz gleichförmig und ist ziemlichNen ^'"iiblirt. Die Gleichförmigkeit in der Lebensweise der verschicdc-Klassen wird nur dadurch unterbrochen, daß die Nobility mehrD-rghaus, Bd. V. 21