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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Eüropäisches StaatttiMem.

Im Karakter des Jrländers bemerkt man viele glänzende Licht-,aber auch manche Schattenseiten. Der Jrländer ist tapfer, und seineGastfreundschaft kennt keine Gränzen. Er ist lebhaft, kurzweilig, witzig,und unterscheidet sich dadurch sehr vortheilkaft vom ernsten Engländer;zuvorkommend, wie er ist, bemerkt man selbst unter den niedern Vvlks-klassen ein höfliches Betragen und abgeschliffene Manieren. Ein warmesHerz für Verwandten-Liebe und Freündschaft, wohlwollende Gesinnungengegen Jedermann zeichnen den Jrlander in hohem Grade aus. Er HirtVerstand, er ist wißbegierig, aber wenig unterrichtet. Die geistige Kul-tur hat bei ihm wenig Fortschritte gemacht, seine Bildung ist weit zurück,darum hat er auch geringe Achtung vor dem Gesetz, darum sucht er alleHändel selbst zu schlichten, und zwar nicht durch Güte, sondern mit Ge-walt, mit den Waffen in der Hand, nicht einzeln, nein, in ganzen Hau-sen. Es fehlt ihm die Liebe zur Reinlichkeit, er macht sich wenig ausden Bequemlichkeiten oder dem Luxus des Lebens, er lebt schlicht weg,wie seine Vorfahren gelebt haben, Der Jrlander gilt für eitel, ge-schwätzig und vorwitzig, ohne Überlegung in der Rede wie im Handeln.Dieser Anlage, so wie seiner gedankenlosen, ja dummen Fröhlichkeit, ver-dankt er den Spottnamen Bull, d. h. Ochs, den ihm die Engländer bei-gelegt haben.

4. Religions -Verschiedenheit und allgemeine kirchliche Verhältnisse.

Die große Mehrzahl der Bewohner des Vereinigten KönigreichsGroßbritannien und Irland bekennt sich zur geläuterten Lehre des Evan-geliums; ein strenger Protestantismus herrscht in Großbritannien, derKatholizismus in Irland vor.

Die protestantische Kirche theilt sich in zwei Hanptparteien, indie anglikanische oder Episkopal-Kirche, und in die PresbyterianischeKirche. Jene ist die herrschende Staatskirche (vstudlislioä ckueck), derenGebraüche, bis auf die abgeschaffte Messe, denen der katholischen Kirchesehr ähnlich sehen. Die bestehende Liturgie, sagt Neigebaur, stammtnoch aus den Zeiten der Reformation, und Alle, die zur bischöflichenKirche gehören, haben noch dieselben Gebete, dieselben Gesänge, welchein dem „allgem. Gebetbuche für alle Sonn- und Festtage« vorgeschriebensind. Die Kirchen sind einfach, ohne Verzierung, aber hell und seherein gehalten. Gegen Osten steht ein wcißgedcckter Tisch, über demselbenzwei Tafeln mit den zehn Geboten und den drei Artikeln des christlichenGlaubens. In der Mitte steht die Kanzel, unter oder neben derselbe"das Pult oder Katheder, für die Ablesung der Liturgie bestimmt.Orgeln sind gewöhnlich sehr gut, und Ruhe und Ordnung ausgezeichnet'Die Liturgie beginnt mit den für jeden Tag in dem „Common Prayek-bovk« vorgeschriebenen Bibelstellen, besonders aus den Psalmen. Hierauskniet die ganze Versammlung nieder, spricht Satz für Satz dem Geist-lichen das allgemeine Sündenbekenntniß nach, worauf er die Absolutionertheilt. Dann folgen Gebete, welche die Gemeinde jedesmal mit A>ne>beschließt; hierauf das Vaterunser und ändere Gebete, wobeiGemeinde mit „Lobet den Herrn« u. s. w. einfällt. Hierauffür den Tag bestimmte Kapitel aus der Bibel, zuletzt das a

folgt daspostalische