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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Britisches Reich. — Europäische Länder.

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und an hohen' Festtagen das athanasianische Glaubensbekenntnis;; diesemschließt sich ein Vaterunser an, dann Gebete für den Souverain und dasLand, wieder ein Vaterunser, und die Liturgie, von der Versammlungmit: »Serr, erbarme Dich über uns!« unterbrochen. Zuletzt erfolgt derSegen. Diese Liturgie wechselt mit Gesang ab und dauert eine Stunde.Die Predigt, welche darauf folgt, wird gewöhnlich ganz monoton abge-lesen. Diese kirchlichen Gebrauche sind wohl geeignet, den Sinn fürwahre Religiosität aufrecht zu erhalten, von der das britische Volk tiefdurchdrungen ist. In keinem Lande der Christenheit ist der Sonntag einso heiliger Tag, als in England; da ruhen alle Geschäfte des vielbcweg-ten Volkes, und London, die geraüschvvllste Weltstadt, zeigt an diesemTage eine Ruhe, die gegen das Treiben und Drängen von Hundcrttau-senden an den Wochentagen auf die wunderbarste Weise absticht.

Die Episkopal-Kirche erkennt in dem Souverain ihr Oberhaupt. DerErzbischvf von Cantcrbury ist Primas des Reichs und hat den Ranggleich nach den Prinzen von Geblüt. Nach den Erzbischöfen kommen dieBischöfe, dann die Archidechanten und Dechanten, die Vorsteher der Ka-pitel bei jeder Kathedrale. Die niedere Geistlichkeit besteht aus denPfarrern, die entweder Nectoren, die eigentlichen Inhaber der Pfründen,oder Vikarien sind. Der Curate ist der eigentliche, vom Pfarrer bestimmteAmtsverwalter, dessen Einkommen sehr gering ist, während das derPfründen - Inhaber und der hohen Geistlichkeit oft ein fürstliches, nachdeütschen Begriffen, ist; so hat der Erzbischof von Cantcrbury jährlich210,000 Thlr., der Bischof von Durham 168,000 Thlr. zu verzehren.Die Geistlichen unterscheiden sich durch ihre Kleidung von den andernPersonen. Gewöhnlich sieht man sie, wie Neigebaur bemerkt, im schwar-zen oder violetten Rock, mit einer schwarzseidenen, bis an hie Knie ge-henden Schärpe. Im Amte tragen sie einen schwarzen Mantel undeinen kleinen, weißen Kragen. Die Doctoren der Theologie haben außer-dem noch Verzierungen von Scharlach. Die Bischöfe tragen bei feier-lichen Gelegenheiten einen weißen, kurzen, oben mit unendlichen Faltenversehenen Chvrrock von Battist. Die geistlichen Stellen vergeben derSouverain, viele Privatpersonen, die Universitäten und Colleges (z. B.Ston und andere), oder auch die Geistliche» selbst, namentlich Bischöfe,welche letztere vom Oberhaupt der Kirche ernannt werden.

Mehr als vier Neüntheile der Bevölkerung des britischen Reichs in^üropa bekennen sich zur anglikanischen Kirche, gegen 14 Millionen Zu-dwiduen, von denen 13,155,000 in England und Wales, 65,000 inSchottland und 780,090 in Irland leben.

England zerfällt in kirchlicher Beziehung in zwei Erzbisthümer"d fünf und zwanzig Bistbümer.

Zum Erzbisthum Cantcrbury gehören die Bisthümer:

7. Ely. 11. Peterborvügh. 17. Glvucester.

8. Coventry und 12. Lincoln. 18. Bangor.

Lichfeld. 13. Worcester. 19. St. Davihs.

9. Chichester. 14. Oxford. 20. Landaff.

1V. Bath und 15. Exeter. 21. St. Asaph.

Wells. 16. Bristsl. 22. Sodor mit Man.

^ London.Winchester.Hereford.

7' Aochester.

Salisbury.b- Norwich.