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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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332
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332 Eüropäisches Staatensystem.

Diese Zahlen beweisen, daß die Seelsorge der katholischen Jrländer nichtzum besten bestellt ist.

Von nicht-christlichen Konfessionen haben im Vereinigten Königreichnur die Juden feste Wohnsitze; aber in den bürgerlichen Rechten sind siebeschränkt. Ihre Zahl belaüft sich höchstens auf 13,NV0, von denen diemeisten in den drei großen Städten London, Manchester und Liverpoolwohnen, gering ist ihre Zahl in Schottland, noch geringer in Irland.

s. Kultur des britischen Volks.

Indem wir hinsichts der verschiedenen Zweige der physischenKultur auf die vorhergehende Abtheilung verweisen dürfen, könntenwir hier sofort zur Betrachtung der technischen Kultnr übergehen, wennes nicht angemessen wäre, ein Paar Worte über die Gartenkunst zu sa-gen , in welcher kein Volk dem englischen gleich kommt. „Die Engländer,— so bemerkt ein neürer Schriftsteller, — haben die Natur so genaustudirt, sie haben ein so treffendes Gefühl ihrer schönen Formen undihrer harmonischen Kombinationen, daß jede ihrer Schöpfungen wirklichpassend und nicht zurückstoßend ist. Die reizendsten Partien, die man inandern Ländern nur in wilder Einsamkeit erblickt, sind hier um den be-scheidenen Heerd des haüslichen Glücks vereinigt. Nichts ist imposanter,als das Gemälde, welches ein englischer Park darbietet. Große Wiesen-flächen breiten ihren dunkelgrünen Teppich aus. Haine von Riesenbaü-men und niedrigem Gebüsch werfen ihre prächtigen Schatten darüber hin.Der feierliche Prunk der Boskete harmonirt vollkommen mit den Dam-hirsch-Rudeln, die sie schweigend durchirren; mit dem Hasen, der imGrase hüpft; mit dem wilden Vogel, der die Luft wie ein Pfeil durch-schneidet. Bald zieht sich der murmelnde Bach in mäandrischen Windun-gen am Saume des Waldes entlang; bald breitet er seine glänzendenFluthen aus in das Becken eines See'S. In jedem heimlichen Winkelschimmert ein Fischteich, von tausend Bewohnern belebt, die den Wan-derer zu begrüßen scheinen. Auf seinem klaren Spiegel malen sich dieromantischen Partien der Umgegend, die ein altcrthümlicher Tempel, oderirgend eine einsame Bildsaüle schmückt, welche die Zeit mit Moos bedeckthat. Aber was noch bewundrungswürdiger als das Alles genannt wer-den kann, das ist das schöpferische Talent, welches die einfachen Woh-nungen der Mittelklasse schmückt. Die unfruchtbarste Erdscholle wirdunter der Hand eines Briten bald ein kleines Paradies. Mit einemBlicke bemerkt er Alles, was sich daraus machen läßt» und schon schwebtseine Einbildungskraft der künftigen Landschaft vor. Er pflanzt Baümeund weiß geschickt ihre Wirkung und ihren Schatten zu vertheilen. Baldsprossen Blumen hervor, deren zarte Nüancen er sinnig vertheilt.Rasenteppich umschlingt, ein Bach bewässert sie. Eine blaüliche Fernsichtüberrascht in einem Winkel. Das sind alle seine Kunstgriffe. Er ent-wirft und vollbringt das Alles mit derselben ruhigen Beharrlichkeit, >meein Maler, der mit Vorliebe ein begonnenes Gemälde vollendet. DerAufenthalt der Reichen auf dem Lande hat über die landwirtschaftlicheÖkonomie einen gewissen Gemack und eine Zierlichkeit verbreitet, die selb!den untersten Volksklassen nicht fremd geblieben sind. Der Taglöhner