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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Britisches Reich. — Eürvpäische Länder. 333

selbst schmückt seine Hütte und den kleinen Raum um sich her mit Emsig-keit aus. Die grüne Hecke, die sein kleines Bereich umspinnt, die Ra-senbank vor der Thür, die mit Buchsbaum umgebenen Beete, der Jasminund das Caprisolium an der Mauer des Hauses, der Blumenschcrbenam Fenster, der Epheü, dessen Immergrün die Öde des Winters erhei-tert, das Alles beurkundet den Einfluß, der aus höheren Quelle» ent-springt, und sich überall verbreitet. Der Anblick des Landes hat seineEigenthümlichkeit. Ein großer Theil der Insel ist vollkommen eben, undwürde, ohne die Reize der Kultur, einförmig scheinen. Überall erblicktman Schlösser und Paläste, um welche die Gärten und Lustwäldcr eineArt von Stickerei bilden. Man hat keine großen, erhabenen Ansichten,aber eine unendliche Fülle kleiner Scenen ländlicher Ruhe und ländlichenGlücks. Jeder alte Maierhof, jede mit Moos bedeckte Hütte ist male-risch, und da die Wege sich neben den lebendigen Hecken und durch zer-streüte Büsche dahinschlängeln, so wird das Auge beständig durch kleinezierliche Landschaften überrascht und erfreut." — Das sind die Resultatevon moralischer Kraft, von Fleiß und Betriebsamkeit! Wir wollenjetzt zur

Technischen Kultur des britischen Volks übergehen, in welcheres, was den Umfang der industriellen Thätigkeit und die Ausdehnungund Großartigkeit der Handels-Geschäfte betrifft, an der Spitze allerVölker der Erde schreitet, obschon nicht alle seine Fabrikate an Qualitätdenen anderer Nationen gleich kommen.

Die Wollen-Manufaktur nimmt, als ältester Zweig der britischenIndustrie, unsere Aufmerksamkeit zuerst in Anspruch. In Kcnt undSussex entstanden, hat sie sich über die innern Grafschaften Englandsverbreitet; die Fabrikation der feinen Tuche ist vornehmlich in Wiltshire,Gloucestershire und Somerset zu Hause; Bcdford liefert die schönsteWaare, in Glvucestcr färbt man am dauerhaftesten schwarz. Leichte Tucheund verschiedene wollene Zeüge, Decken und andere Wollenwaaren werdenin Uorkshire verfertigt, und grobe Tuche in Westmoreland. Am Endedes >7tcn Jahrhunderts berechnete man den Werth der jährlich fabrizir«ten Wollenwaaren auf 56 Millionen Thaler, wovon für 24 Millionenausgeführt wurden; am Schluß des achtzehnten Jahrhunderts wurde da-gegen der Werth der gcsammten Wollen-Manufakte zu I4V MillionenThaler geschätzt, davon die Hälfte iu's Ausland und nach den Kolonienging. Fast eben so steht die Wollen-Manufaktur noch heütigcs Tages.Öbwol in der Qualität ihrer Waaren verbessert, hat sie in der Quanti-tät keine große Fortschritte gemacht, was vornehmlich von der ungeheu-ren Ausdehnung herrührt, welche die Baumwollcn-Manusaktur gewonnenhat. Während diese auf den Absatz im Auslande berechnet ist, findetjene hauptsächlich im Jnlande die Kaüfcr ihrer Waaren, und darum istue weniger den Schwankungen der Handelsspekulation unterworfen, alsBaumwollen-Mannfaktur; die Industrie, welche die Verarbeitung der^olle zum Zweck hat, ist, mit andern Worten, solider, als jene. Nichtsvesto weniger ist der Verkauf an's Ausland von großer Bedcütung. Eng-land erzeügt nicht Wolle genug, als es in seinen Fabriken verarbeitet;sküher bezog es den Bedarf aus Spanien, seit den letzten zwanzig Jahren