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5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
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Britisches Reich. — Europäische Länder. 335

dieser Fabrikation. Ungefähr der ncünte Theil der gesammten britischenBaumwollen - Fabrikation fällt auf Schottland. Hier liefern Glasgowund Paisley vortreffliche Waaren, namentlich zeichnet sich der Muslinvon Paisley ganz besonders aus, und in der Kattundruckcrei, vorzüglichder Shawls, hat man es in Schottland weiter gebracht, als in Eng-land. Auch Irland nimmt an diesem Zweige der technischen Kultur seit1822 lebhaften Antheil; hauptsächlich blüht die Baumwollenfabrikationin den Grafschaften Antrim, Down, Lvuth und in einem Theile vonDublin, wo die Lcinweberci von ihr gegen Süden und Westen gedrängtworden ist. »

Unter alle» Manufaktur-Zweigen ist die Leinwcberei in England ammangelhaftesten; denn obschon ihre Fabrikation auf einen Werth von7 Millionen Thalern geschätzt wird, so deckt sie doch das Bedürfniß beiweitem nicht, und bedeutende Quantitäten müssen aus Schottland undIrland eingeführt werden. Unter den feinen Waaren dieses Manufaktur-Zweiges behaupten jedoch die Spitzen einen ausgezeichneten Rang; essind aber nicht echte Spitzen, blos aus dem Linnenfaden, sondern ge-mischt mit Seide und dem feinsten Baumwollen-Faden, von welchenMaterialien jährlich über I Million Thalern an Werth in dieser Fabri-kation verwendet wird, die einen Gcsammrwerth von mehr als 13'/- Mil-lionen darstellt und gegen 21V,vvv Menschen beschäftigt. In Schottlandbilden die Leinwand und andere Fabrikate aus Flachs einen uraltenStapel-Artikel. Er ist über das ganze Land theils als Neben-, theilsals Hauptbeschäftigung verbreitet, wird aber fabrikmäßig vornehmlich inDumfries, Perth, Dundec, Aberdeen und Znverary betrieben. Dochverarbeitet man wenig eigenen Flachs und Hanf; letzterer wird aus Ruß-land, ersterer aus Holland und Flandern bezogen. Auch in Irland hatdie Leinen-Manufaktur eine sehr große Ausdehnung; sie verarbeitet selbstgebauten Flachs, bezieht aber den Hanf vom Auslande. Der fabrik-mäßige sowol als handwerksmäßige Betrieb dieses Gewcrbzwcigcs läßtsich zu einem jährlichen Werth von 52'/- Millionen Thaler annehmen,für das vereinigte Königreich zusammengenommen.

Die Seiden-Manufaktur erhebt sich ungefähr auf denselben Jahres?Betrag. Ihre Hauptsitze sind: zu London, in demjenigen StaLtthcile,welcher Spitalficlds heißt, und wo gegen 25,VVÜ Arbeiter darin beschäf-tigt sind; sodann zu Macclesficld, Manchester und Coventry, woselbstan 40,Ovv Menschen in diesem Industrie-Zweige arbeiten, und endlichzu Paisley in Schottland.

Die Metallwaaren-Fabrikation zeichnet sich sowol durch ihren Um-fang, als durch die Güte ihrer Fabrikate aus- Seit der Mitte desfechszehnten Jahrhunderts ist sie zu einem Stapel-Artikel Großbritannienserhoben worden. Sheffield ist der Sitz der Fabrikation der groben, Bir-mingham der Sitz der feinen Metallwaaren, und Wolwcrhampton, Wal->all, Dudley und Kiddcrminstcr würden als große Manufakturstädte an-Tesehcn werden müssen, würden sie nicht durch die Nähe ihrer kolossalenNebenbuhlerin verdunkelt. 35V,vvv Menschen sind in dieser Fabrikationbeschäftigt, und man schätzt ihre jährliche Produktion auf 12V Millionen4-haler an Werthe