Buch 
5 (1843) Zweiter Theil, enthaltend Frankreich, das britische Reich und das Russische Reich. Schweden und Norwegen, Dänemark, Belgien, die Niederlande, Portugal, Spanien, die Schweiz, Italien, Neapel und Sicilien, Sardinien, Kirchenstaat, Toscana, Parma, Modena, Lucca, San Marino und Griechenland / von Dr. Heinrich Berghaus
Entstehung
Seite
343
JPEG-Download
 

Britisches Reich. — Europäische Länder.

343

Häfen.

Schiffe.

Tonnen.

Bemannung.

Normandische Inseln und Man.

Jersey .

243

23,221

2,023

78

9,186

638

Man.

242

7,229

1,297

Die Inseln .

5SZ

39,«3S

3,958

Bereinigtes Königreich.

20,300

2,380,303

>43,109

Britische Kolonien.

5,2l l

423,458

27,9l I

Total.

25,5ll

2,783,7kl

171,020

Die vorstehende Tabelle gewährt uns eine namentliche Übersicht dervornehmsten Hafenorte im Vereinigten Königreiche, geordnet nach demUmfange ihrer Rhederci, während bereits oben die Haupthäfen nach demdaselbst stattfindenden Verkehr, gegründet auf die Zolleinnahme, ange-geben sind.

Kein Volk der Erde hat für die Beförderung des aüßern wie desinnern Handels so viel gethan, als das Britische, aber auch keines derneuern Völker ist ausdauernder in Herbeischaffung, in der Schöpfung derMittel, die zur Ausführung der kolossalen Bauten erforderlich sind, ver-möge deren der Betrieb der technischen Kultur und der Verkehr nachAußen wie im Innern des Landes befördert wird. Die großartigen Er-findungen auf dem Gebiete der Mechanik, wo vor Allem die Dampfma-schine als der große Hebel der heütigen Industrie glänzend heroorleüchtet,haben es möglich gemacht, daß sich England an die Spitze der technischenKultur stellen konnte, und täglich ersinnt das erfinderische Genie vonAlbion's Söhnen neüe Mittel zur Erleichterung der bewegenden Kräfte,und Verbesserungen in den alten. Welches Volk kann so riesenmäßigeHafenbauten ausweisen, als das Britische? Weit von der Meeresküste,mitten im Lande, besitzt London, die Weltstadt, fünf große Seehäfen,die sogenannten Docks (kommt her vom deütschen Wort: decken, schützen),wo die mächtigsten Kauffahrteischiffe von 1200 Tonnen Tragfähigkeitganz ruhig und sicher liegen können, um die industriellen Schätze einzu-laden, die sie in alle Welt zu tragen berufen sind. Am Ostende Londonssind diese Docks angelegt: die westindischen, die London-, die ostindischen,die St. Katherine- und die Handels-Docks. In den westindischen Dockskönnen 600 Seeschiffe auf einmal ganz bequem neben einander liegen.Die Anlage dieses ältesten der fünf Sicherheitshäfen von London begannun Jahre 1800, und schon zwei Jahre darauf wurde ei» Theil desselbender Schifffahrt eröffnet. Welchen Einfluß Hafenanlagcn dieser Art aufdie Entwicklung der menschlichen Thätigkeit ausüben, sieht man an demBeispiele von Liverpool. Hier wurden in England die ersten Docks an-öelegt, zu Anfang.des achtzehnten Jahrhunderts, in Folge einer Parla-wentsakte von 1708. Damals war Liverpool ein unbedeutendes Städt-chen (Town), jetzt ist es, nach London, die größte Handelsstadt desBritischen Reichs in Europa. Es benutzte» die Liverpooler Docks