Britisches Reich. — Asiatische Länder.
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eben so Gerste, die von den Bewohnern des Himalaya zur Fabrikationvon Branntwein benutzt wird. Der Ka'toffelbau hat begonnen. Inden südlichen und östlichen Provinzen ist das Obst ausschließlich tropisch,in den nordwestlichen aber das der gemäßigten Klimate: hier ist derWeinbau von Malwa, auf den nördlichen Stufen des Vindsya, Ge-birgs, seit langer Zeit berühmt. Für den Bau der eüropäischen Küchen-gewächse ist seit Errichtung der Ackerbau-Gesellschaften zu CalcuttaBombay u. s. w., viel geschehen. Das Zuckerrohr wächst in den meiste»Gegenden aüßerst üppig, die Zucker-Fabrikation blüht aber vornehmlichin Bengal und Benares, in der mittleren Stufe des Ganges-Thals.Seide ist eins der werthvollsten Produkte des Jndo-Britischcn Reichs,und die Schafwolle von Cutsch wegen ihrer Länge, Stärke und Elastici-tät, vorzüglich zur Teppich-Weberei, geschätzt. Der Kaffee, welchen man inden südlichen Theilen der Halbinsel baut, ist vortrefflich, und der Mohn-bau, zur Erzeügung des Opiums, bildet einen Hauptzwcig der landwirth-schaflichen Kultur in Bengal, bei Patna und in Malwa; doch hat dieseKultur durch das Einfuhr-Verbot, welches die Chinesische Regierunggegen das Opium erlassen hat, einen harten Stoß erhalten. Indigowird in großer Ausdehnung in Bengal und den nordwestlichen Provinzengebaut; der Bengal-Zndigv ist der beste. Gudscherat, in der Präsident-schaft Bombay, besitzt ausgedehnte Tabacks-Pflanzungcn. Die Baum-wolle ist ein Stapel-Produkt des Jndo-Britischen Reichs, sie übertrifftdie amerikanische dadurch, daß sie glänzendere Farben annimmt, unddiese nicht so leicht verschießen. Die Baumwolle von Decca, in Bengal,hat nicht ihres Gleichen. Ghazipur, am mittleren Laus des Ganges,und andere Orte, kultiviren den Rosenstock in ungeheürer Menge, zurFabrikation des Rosenwasscrs und der Nvsen-Essenz; zur Herstellung derletzter« in einem Gewicht von einer Rupi, oder etwa einem Drittel-Thalcr-Stück, sind nicht weniger als 200,000 Stück Rosen erforderlich.
Im Thierreich findet der Jägersmann, der Falkner, der Vogel-steller und der Fischer, und eben so der Landwirth, wie der Hirte, dengrößten Spielraum für seine Beschäftigungen. Der gigantische und heer-dcnweis umherstreifende Elephant übt die Herrschaft in den Hochwal-dungen, während der einsame, grimmige Tiger von den Mündungen desheiligen Ganges bis zum Himalaya jedes Dickicht unsicher macht. Wölferichten in den westlichen Provinzen von Hindustan große Verwüstungen an.
3. Bevölkerung.
Es ist ein großer Irrthum, bemerkt Heber, wenn man annimmt,ganz Indien sei von einem einzigen Menschenschläge bewohnt, und esbestehe nicht ein so großer Unterschied zwischen den Bewohnern vonBengal, Gudscherat, den oberen Provinzen am Ganges und von Deccan,Sprache, Sitten und Gesichtsbildung, als zwischen den Nationen Eüro-pa's; und weiterhin sagt derselbe Beobachter: die Bewohner der Präsi-dentschaften Madras und Bombay und die des Deccan seien von jenenBölkern Hindustan's, und unter sich eben so verschieden, als der Frauzvsund Portugiese vom Griechen, Deütschen und Polen. Crawfurd glaubt,daß es in Indien zum wenigsten dreißig Nationen giebt, die eben so viele