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Europäisches Staatensystem.
4 Korats oder Fähnriche; an inheimischen Offizieren: 1 Subadar undI Dschimadar bei jeder Schwadron oder Kompagnie. Die Bengal-Armeeist in 7, die Madras-Armee in 5, das Bombay-Korps in 3 Divisionen»das ganze indische Heer also in 15 Divisionen getheilt, wovon 5 aufdie Königs- und 1V auf die Kompagnie-Truppen fallen. Die inheimischenTruppen werden aus Hindus und Muselmännern refrutirt, die in jedemRegiment, in größerem oder geringerem Verhältniß unter einander gemischtstehen, und in Disciplin, Sauberkeit, Nüchternheit und Tapseikeit vonkeiner Armee übertroffen werden. Die ingebornen Artilleristen lassensich lieber bei ihren Kanonen niederhauen, ehe es ihnen nur im gering-sten einfällt, sie zu verlassen; und es ist höchst selten, oder wol nievorgekommen, daß die Sipahis (Kvpo^s), so bezeichnet man den indi-schen Soldaten, ihren Offizieren nicht in's Gefecht gefolgt wären. Dieingeborene Kavallerie ist vorzüglich; es sind furchtlose Rechter, welche dieeüropäischen Kävalleristen nicht allein als tapfere Degen, sondern auchdurch die große Sorgfalt übertreffen, welche sie ihren Pferden angedcihenlassen. Von der ganzen indischen Armee läßt sich sagen, daß in ihr einaußerordentlicher Wetteifer Statt findet; eine Auszeichnungs-Medaillewird vom Sipahi eben so hoch geachtet als vom britischen Soldaten,und Hunderte von Beispielen ließen sich anführen, wo der indische Kriegereinen Heldenmuth bewiesen hat, die selbst griechischen oder römischenKriegsthaten Ehre machen würden. Das Bengal-Heer besteht hauptsäch-lich aus Nadschputen, das Bombay-Heer ist aus allen indischen Klassenzusammengesetzt, und die Madraskten gelten für die verwegensten Solda-ten; alle aber halten streng auf ihre Gerechtsame und besonders aufihre Religions-Gebraüche, deren Übertretung Seitens der eüropäischenOffiziere stets zu ernsten Folgen geführt hat. Und wie mit einem Heerevon so moralischer Kraft, wie die hier geschilderte, das Zndo-BritischeReich unantastbar ist, und seine Macht und seinen Einfluß über dasasiatische Siaaten-System immer mehr auszubreiten vermag, eben s»steht es zu besorgen, daß, wenn jemals die ingebornen Truppen den-jenigen ungehorsam und untreü werden könnten, deren Salz sie essen,alle eüropäischen Truppen, die England nach Indien schickte, zur Er-haltung des Indischen Reichs nicht vermögend wären.
Die See-Kriegsmacht ist in Bombay stativnirt, und besteht in Fr<^denszeitcn aus 1 Fregatte, 4 Schiffen von 18 Kanonen, 6 Korvettenund Briggs von iv Kanonen, 2 bewaffneten Dampsbovten, und einigesSchiffen, die ausschließlich zum Dienst der See-Vermessungen bestimmsind. Die Verdienste, welche die Ostindische Kompagnie um die Geo-graphie sich erworben hat, dadurch, daß sie, eben durch jene Sch'ffe ^alle Küsten und Inseln der Indischen Meere, so wie durch ihre L«n 'Offiziere den größten Theil des Jndo-Britischen Reichs hat aufnehmelassen, sind über alle Lobpreisung erhaben. Außer jener, der Kowpagngehörigen kleinen Kriegs-Marine, unterhält die Krone beständig mehreKriegs-Schiffe auf der ostindische» Station zum Schuh der Kausfahgegen Piraten, die, vornehmlich in den Sunda-Gewasscrn, noch immihr Wesen treiben. ^ d-e
Die Ostindische Kompagnie steht mit den Asiatischen Staaten,