Britisches Reich. — Asiatische Länder.
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dem Jndo-Britischen Reich nahe oder fern benachbart sind, in Verbin-dung, durch Staats-Verträge, welche hauptsächlich den kommerziellenVerkehr zum Gegenstände haben. So mit Cochin-China, Siam, Nipalund Ava. In jedem der beiden zulehtgenannten Staaten unterhält sieeinen Munster-Residenten. Mit dem Sultan von Maskate und anderen,kleineren Häuptlingen an der Westküste des Persischen Meerbusens sindVerträge geschlossen worden, welche nicht allein gegenseitige Erleichterungdes Hantels-Vcrkehrs, sondern auch die Unterdrückung der Sklaverei undder Sceraüberei im Golf bezwecken; zur Wahrung dieser Interessen un-terhält die Kompagnie politische Agenten in Maskate und in mehreren«»deren Hafenorten des Persischen und des Arabischen Meerbusens.
9. Kultur des Volks.
Die landwirthschaftliche Kultur hat in Indien, begünstigt durchKlima, eine hohe Stufe der Entwicklung erlangt, und eben so sindmanche Zweige der technischen Kultur außerordentlich weit gediehen,was namentlich von der Baumwollen - Weberei, und insbesondere vonden Dacca-Muselinen gilt, ein Gewcrbszweig, der aber in neuerer Zeitdurch die Überfüllung mit englischen Waaren sehr gelitten hat. Für dieintellectuelle Kultur des indischen Volks ist von jeher, unter allen Re-gierungen, sehr viel geschehen, und die englische Regierung hat es nichtfehlen lassen, das Bestehende zu erhalten, und ncüe Mittel, erweiterteUnterrichts-Anstalten in's Leben zu rufen, Schulen für lcn höheren Un-terricht, Akademie ähnliche Institute in fast allen großen Städten desJndo-Britischen Reichs, geschieden nach den zwei Haupt-Religionen, demHinduismus und Mohammedanismus. Der Unterricht ist in der Thatfo weit verbreitet, daß man in Indien auf S Personen der Gesammt-Bevölkerung I Schüler rechnet.
Die Religion der Hindus hat in ihrer gegenwärtigen Gestalt diervhesteu Formen des Polytheismus, einzig und allein berechnet, auf dieSinne zu wirken und sie zu erregen; nichts desto weniger zeigen sich Spu-ren, daß sie einst ein fast ganz reines System von Monotheismus war,auf welches im Lauf der Zeiten die hinvuische Dreieinigkeit gepfropftwurde. Die Theologie der Hindus erkennt ein höchstes Wesen, weichesdie Welt und die Göttin Bhavank, d. h. Natur, ersebuf, und dieseGöttin hatte drei Söhne, Brahma, Wischn» und Siwa, welche, der^eche nach, in der Natur das bildende, erhaltende und znstörendePrinsip repräsentiren. Mindestens 7V Millionen bekennen sich zu dieserHindu-Religjon. Die zweite Religion, welche sich am weitesten vcr-hat, ist der Mvhammedanismus, welcher ungefähr 15 MillionenBlaübige zählt. Aber außer diesen zwei Haupt-Systemen giebt es im^k.ndo-Britlschen Reiche eine Menge von Sekten, so die Basighurs oderw Zigeüner Hinduftans, halb Hindus und halb Muselmänner; die-amians, eine neüere Sekte, welche ebenfalls aus Hindu- und Jsla-'vmus zusammengesetzt ist; und wahre Heiden finden sich in Menge,G den Bergvölkern der innersten Gegenden von Deccan, wo die
Kannibalen sind; sodann die Parsies oder Feücr-Anbeter,us Licht als das beste und edelste Symbol des keine Gestalt habenden