Britisches Reich. — Amerikanische Länder.
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14 . Das Gouvernement Guiana.
Dieses auf dem festen Lande von Südamerika belegene Gouvernementgränzt gegen Norden an den Atlantischen Ocean, gegen Osten an Hol>än-disch-Guiana, gegen Süden an Brasilien und gegen Westen an Venezuela;auf diesen Seiten sind die Gränzen jedoch nicht bestimmt, und die beidenzuletzt genannten Staaten machen Anspruch auf einen großen Theil desGebiets, zu dessen Besitz England berechtigt zu sein glaubt. Von derflache» Küste steigt das Land allwälig auf zu einer Gebirgskette, diezum Bergsystem von Parime gebort, das Gouvernement von Nvrdwestennach Südvsten durchschneidet und deren Scheitelpunkt, der Rovaima, eineHohe von 7500 Fuß erreicht. Der Esscgaibo, der Demerara, der Ber-bice und Corevtye, sind die Strome, welche dieses Gouvernement bewässern,Unter ihnen der Essequibo der größte. Sie entspringen auf dem Tafellande,welches sich im Rücken der vorher erwähnten Gebirgskette ausdehnt,und durchbrechen diese in tiefen Qucrthälern, welche die Bildung vonWasserfällen, Kaskaden und Stromschnellen in großer Menge enthalten.Obschon Guiana in der heißen Zone belegen ist, hat es dennoch verhält-nißmäßig ein gemäßigteres Klima als andere Länder unter derselbenBreite. Es findet hier nicht der regelmäßige Wechsel der zwei tropischenJahreszeiten Statt, sondern es theilt sich das Jahr in vier, in zweitrockene und zwei nasse Perioden; und selbst diese gehen in einander über,der Maßen, daß Guiana eigentlich keine periodischen, sondern beständigeNiederschlage hat, wie in den gemäßigten Klimate». Dies rührt vonder Stellung des Landes in der Zone der veränderlichen Winde, zwischenbeiden Passaten, her. Die Vegatation entwickelt in Guiana ihre ganzetropische Kraft und Üppigkeit, ausgezeichnet ist der Waldwuchs, undhierin besteht, vornehmlich in der Küstenterrasse, ein Hauptreichthum desGouvernements, dessen Stapelprodukte in Zucker, Rum, Kaffee undBaumwolle bestehen. Britisch-Guiana wird in die zwei Grafschaften De-Merara-Effequibo und Berbice eingetheilt. Die zuerst genannte zerfälltin 11 Kirchspiele, darunter St. George, die Hauptstadt des Gouver-nements, am Demerara, mit 20,000 I.; die zweite Grafschaft bestehtaus 6 Kirchspielen, darunter die Stadt Neü-Amsterdam, am FlusseBerbice, mit 2000 I. Die Niederlassungen finden sich nur in derKüstenterrasse, das Innere von Guiana ist noch nicht kolonisirt. DieBevölkerung besteht aus Eüropäern, Afrikanern und ingebvrnen Ameri-kanern. Die Eüropäer sind meistens Engländer und ihre Nachkommen,u»r wenige Holländer, die früheren Besitzer, sind zurückgeblieben. DieNeger bilden die Mehrzahl der Bewokner, die Urbevölkerung ist nuruoch ,n geringer Menge vorhanden. Zahlreich sind die Stämme dieserUrbevölkerung, die im Innern ein Wanderleben treibt und bisher fürvie Gesittung unzugänglich geblieben ist. Die mächtigsten Tribus sindw Macusts und Avecunas; die Cariben, deren Sprache mit den Sprachenev?^c ^uwinsame Wurzeln haben, sind im Britischen Guiana fast ganzlme obwvl diese Nation lange Zeit ihre Unabhängigkeit behauptet
und der Schrecken ihrer Nachbarn gewesen ist. Die Kolonisten»erennen sich größtentheils zur Episkopal- Kirche, die in Guiana ein